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Folgender Beitrag wurde am 10.10. 2019 von Herrn Otto Kulp dem Chronik Team zur Verfügung gestellt.1

Am 18.7.1952 erschien in der Eckernförder Zeitung folgender Artikel:

Beim Bau der Wasserleitung Skelett gefunden

Borgstedt. Am Mittwoch wurde in Borgstedt am westlichen Ortsausgang auf dem Bürgersteig der Landstraße Borgstedt - Rendsburg beim Legen einer Wasserleitung in 1,20m Tiefe ein menschliches Skelett gefunden.

Es handelt sich offensichtlich um Knochenteile, die schon viele Jahrzente an dieser Stelle gelegen haben. Man ist der Meinung. dass es sich um einen dort begrabenen Krieger handelt, da diese alte Landstraße früher die Verbindung zwischen den Festungen Friedrichsort und Rendsburg darstellte.

Der Knochenbefund und die Tatsache, dass die Straße in ihrem jetzigen Zustand schon seit Jahrzehnten besteht, ergeben mit Sicherheit, dass es sich bei dem Fund nicht um ein Skelett aus jüngster Vergangenheit handelt.

 

Am 19.7.1952 erschien in der Tagespost, einem Vorläufer der Schleswig- Holsteinischen Landeszeitung folgender Artikel:

Das Skelett an der Heerstaße

ph Borgstedt. Sogar die Eckernförder Kriminalpolizei beschäftigte sich mit Teilen eines menschlichen Skeletts, das bei den Arbeiten für die neue Wasserleitung an der Landstraße Borgstedt - Rendsburg in 1,20m Tiefe gefunden wurde. Worauf deutete dieser am westlichen Ortsausgang gemachte Fund hin: ein Verbrechen, ein Mord? Bei den näheren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Knochen nach dem Befund einwandfrei schon einige Jahrzehnte dort gelegen haben müssen. Ferner zeigte sich, dass auch die Landstraße seit Jahrzehnten ihren jetzigen Zustand nicht geändert hat. Weil diese Straße aber früher die verbindende Heerstraße zwischen den Festungen Rendsburg und Friedrichsort war, kam man zu der Ansicht, dass es sich um einen seinerzeit dort begrabenen Krieger handelt. 

Ein weiterer Artikel, Quelle nicht angegeben, am 19.7.1952 lautete:

Altes Soldatengrab 

Borgstedt. Bei der Verlegung von Rohren für die neue Wasserleitung des Dorfes, stieß man in der Siedlung vor dem Fünfwohnungshaus der Fa. Holzmann, in 70 cm Tiefe auf zwei noch ziemlich gut erhaltene menschliche Skelette.

Die Kriminalpolizei Eckernförde stellte fest, dass die Skelette schon einige Jahrzehnte in der Erde lagen.

In Borgstedt wurde erzählt, dass das Landesmuseum für Früh- und Vorgeschichte nach seiner Meinung aus dem späten Mittelalter stammten. Außerdem lagen sie am Rande einer Straße, die von Alters her als Heerweg bezeichnet wurde. Es ist höchstwahrscheinlich, dass es sich um Verletzte aus dem Gefecht bei Sehestedt (Nov. 1813 )handelt, die auf dem Wege zur Festung Rendsburg gestorben sind.

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1)Maschinengeschriebene Aufzeichnungen von Otto Kulp, Borgstedt, Tränkeweg 2, die Zeitungsartikel liegen in Kopie vor!

 

An dieser Stelle, so erinnert sich Herr Otto Kulp, im Bild, wurden die Teile eines menschlichen Skeletts gefunden.

 

 

In der Chronik von Borgstedt, vom 10. Oktober 1952, schreibt Christian Wulf1):


Ein Soldatengrab?

Bei der Verlegung von Rohren für die neue Wasserleitung stieß man im Juli 1952 in der Siedlung vor dem Fünfwohnungshaus der Firma Holzmann 9m südlich von der vorderen nördlichen Hausecke, in 70 cm Tiefe auf zwei noch einigermaßen erhaltene menschliche Skelette.
Die Toten waren einst nebeneinander mit dem Gesicht nach Osten in Särgen im derzeitigen Straßengraben beigesetzt.
Die Frage nach dem Alter und Ursprung des Grabens ist nicht mit Bestimmtheit zu beantworten. Vermutlich handelt es sich um Soldaten dänischer Heeresteile, welche im Dezember 1813 nach der Schlacht bei Sehestedt der Umzingelung entgingen und fluchtartig die schutzbietende Festung Rendsburg zu erreichen versuchten, unterwegs starben und von den Dorfbewohnern ordnungsgemäß bestattet wurden.
Nach einer Beurteilung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Skelette aus dem späten Mittelalter.
Nach dem Bekanntwerden des Fundes schaltete sich die Kriminalpolizei Eckernförde ein. Sie nahm die Knochen des einen Skeletts mit nach Eckernförde und bestimmte später, dass die hier gebliebenen anderen Teile auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt werden sollten. Das ist der Steig, an der Dornenhecke unmittelbar nördlich der großen Kuhle 8m westlich von dem Grabstein der Familie Theodor Möller geschehen.


1) Wulf, Christian, Chronik von Borgstedt, mit Schreibmaschine geschrieben, vom 10. Oktober 1952

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