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Der Name Borgstedt [1]

Der in dem Namen des Dorfes "Borchstede“ enthaltenen Begriff „Burg“ steht in einer Urkunde des Schauenburger Grafen Gerhard des Großen von 1339, welche die Grenzen der Stadt Rendsburg feststellt.  Dort wird eine Burg an den Grenzen der Stadt erwähnt.

 

Eine nicht mehr identifizierbare Quelle [2] sagt:

„Die Stätte der Burg brauchen wir nicht lange zu suchen, indem der Name eines dortigen nur eine Viertelmeile von Rendsburg entfernten Dorfes (Borgstedt) dieselbe klar anzeigt. Nach der Schröderschen Topographie, welche die Entfernung des Dorfes von Rends­burg auf 1/2 Meile angibt. Wir erfahren hierdurch, daß noch im 14. Jahrhundert hier eine Burg existierte. Daß der Ort indessen schon um ein Jahrtausend früher Sitz einer wohl­habenden Bevölkerung war, lehrt keine Geschichte; dies festzustellen, war der archäologischen Forschung vorbehalten.“

 

 „Borg“ bedeutet soviel wie „Ringwall“ als Rest einer ehemaligen Befestigung, an den sich oft Sagen von Räubern knüpfen. In der Wortmeinung bezeichnet „Borg“ auch eine hohe Wurt: hochgelegener, freier Platz für Wohnungen.

 

Zu der sog. Altschicht [3] zählen die Ortsnamen auf „stedt“. Sie gehen wohl bis in die Völkerwanderungszeit, eventuell auch in die (römische) Kaiserzeit zurück. Jünger, also nach der Völkerwanderung bis zur Wikingerzeit sind die gleichen Ortsnamen im angrenzenden ehemaligen dänischen Sprachgebiet in Mittelschleswig. Im Amt Hütten gibt es einige dieser Ortsnamen.

Sie gehören zu einer kleinen Gruppe niederdeutscher    "-stedt"- Namen im südlichen Teil des Herzogtums Schleswig, die wohl auf eine frühere Besiedlung dieses Gebietes von Holstein aus hinweist.

Es begegnen uns im Kreis nur noch zwei weitere "-stedt"- Namen: Blickstedt und Sehestedt.

Außerdem wird das Dorf in folgenden in Dokumenten erwähnt:

 

 09.09.1375 als "Borchstede" [4]

 07.05.1378 als "villa groteborchstede" [5]

 1542 als Borchstede [6]

·1652 als Borchstede

 

Das ganze Umfeld der Gemarkung Borgstedts  gab im Laufe der Zeit eine Fülle von Fundstücken frei, die auf eine nahezu ständige Besiedlung der Gemarkung hinweisen. Diese Tatsache darf nicht ohne weiteres zu der Schlußfolgerung führen, daß das Gebiet nach der Auswanderung der Angeln und Sachsen vollständig entvölkert geblieben ist. Denn wer will bei der spärlichen Besiedlung Fundstücke oder die Begräbnisplätze der wenigen Toten ausfindig machen wollen. Fraglich ist, ob die Toten überhaupt nach der Völkerwanderung in Urnen beigesetzt worden sind.

Als gesichert ist jedoch anzunehmen, daß unser Gebiet bereits seit Tausenden von Jahren unterschiedlich dicht bewohnt war. Aus den bisherigen Urnenfunden in Borgstedtfelde um 300 bis 500  auf eine Siedlungsverdichtung im Form eines Dorfes zu schließen, bleibt vage. Sicher scheint, daß nach der Auswanderung, wie bereits erwähnt, die Dorfbevölkerung stark abgenommen haben hat. Doch darf man annehmen, daß mit Sicherheit zur Wikingerzeit, etwa um 900 eine Dorfgründung zu vermuten ist, also weit vor der ersten schriftlichen Erwähnung des Dorfes im Jahre 1339.

Aus dem Namensursprung darf man sogar vermuten, daß das Dorf bereits zur Zeit des römischen Kaisers Augustus als Ansiedlung bestanden hat.

Aquarell „Borgstedt um 900 nach Chr.“ Blick von der heutigen Rader Insel auf die Burg.

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[1] Witt, Johannes A., Geschichte und Geschichten zum Dorf Borgstedt, 07. Mai 2004, Herausgeber Gemeinde Borgstedt

[2] Arch. Landesamt/ Anlage einer Veröffentlichung, deren Verfasser unbekannt ist Laur „Historisches Ortsnamenlexikon“

[3] (Heimatbuch des Kreises Eckernförde, 1972)

[4] (SH RU IV,1375)

[5] Bei „Groteborgstede“ (1378) weiß man nicht genau, ob ein zweiter Ort neben Borgstedt bestand oder ob es sich um die Benennung des eigentlichen Dorfes handelt. SHRU VI 1,Nr. 191

[6] Sønderjydske Skatte- og Jordebøger S.302,Reg. 

16 Burgplatz vom Treidelweg aus gesehen                                                                          Eine andere Betrachtung!

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