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Turn- und Sportverein Borgstedt

Das Bedürfnis nach sportlicher Betätigung und auch nach Geselligkeit ließ nach dem Kriege mit wachsendem Wohlstand ein umfangreiches Vereinsleben entstehen. Hier steht der TSV Borgstedt nach Umfang seiner Arbeit und Sparten und seiner Mitgliederzahl an erster Stelle.

Auf Initiative von Winfried Görke und mit Unterstützung von Hauptlehrer Willi Fadenholz, Bürgerrmeister Karl Seemann und Gemeindeschreiber Heinrich Behrnsen gründeten 1957 23 Fußballfreunde in der Schule den TSV Borgstedt. Sie wählten zum 1. Vorsitzenden Hans Mierzwiak, zum 2. Vorsitzenden Willi Fadenholz, zum Schriftführer Karl Seemann und zum Kassenwart Fritz Kaufmann. Am 12. Mai 1958 wurde der TSV Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes und nahm den Spielbetrieb sofort mit einer Seniorenmannschaft auf. Maßgebenden Anteil am Aufbau und Zusammenhalt des Vereins hatte in den schwierigen Anfangsjahren Winfried Görke, der nicht nur von 1961 bis 1970 als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins lenkte, sondern auch als Schriftführer, Kassenwart, Fußballobmann und Schiedsrichter tätig war. Auch die Gemeindevertretung erkannte die wachsende Bedeutung der körperlichen Ertüchtigung und der sinnvollen Freizeitbeschäftigung der Dorfjugend und unterstützte den TSV in finanzieller und ideeller Hinsicht.

Zum Mittelpunkt des Vereinslebens wurden nach und nach der Sportplatz, das Sportlerheim und die Turnhalle der Schule. Der Sportplatz am nordöstlichen Dorfende entstand 1956. Der Schulverband Borgstedt hatte für die Schule das Land von dem Landwirt Willi Lensch, Dieckshof, durch Tausch erhalten, ließ es einebnen und einsäen und stellte den Platz auch dem Sportverein zur Verfügung. 1974 übereignete er ihn an die Gemeinde Borgstedt, die ihn dem Sportverein übergab. Die Schule behielt das jederzeitige Nutzungsrecht. 1977 erwarb die Gemeinde von Gertrud Keßler, Dieckshof, im Anschluß an den Sportplatz ein weiteres Grundstück, auf dem der TSV zwei weitere Spielfelder anlegte, die dringend benötigt wurden. Damit die Schüler und Sportler auf dem Fußgängerweg zum Sportplatz die Straße nicht in der unübersichtlichen Kurve zum Sportplatzeingang überqueren mußten, ließ die Gemeinde 1976 einen Fußgängerweg zum Sportplatz auf der Schulseite vom Ende des Gehwegs bis zum Sportplatz anlegen.

Der Sportbetrieb hatte sich in den sechziger Jahren so stark ausgeweitet, daß der Pausenflur der Schule und die Schultoilette als Umkleide- und Waschräume den Erfordernissen des Spielbetriebs, besonders bei Punktspielen mit auswärtigen Mannschaften, bei weitem nicht mehr genügten. Auch die von der Gemeinde auf dem Sportplatz aufgestellte Baracke ohne Wasser und Strom war nur ein Notbehelf.

Auf Antrag des TSV mit seinem sehr engagierten und tatkräftigen Vorsitzenden Dieter Klauß beschloß die Gemeindevertretung im Dezember 1972, auf dem Sportplatz Umkleideräume und sanitäre Einrichtungen zu schaffen. Im Juni 1973 begannen die Arbeiten mit großem Einsatz aktiver Spieler, Ende August war schon Richtfest und im März 1974 konnte der Bau eingeweiht werden. Inzwischen war der Wunsch nach einem eigenen Gruppen- und Clubraum so groß geworden, daß das Bauvorhaben erweitert wurde. Bisher hatten nämlich als Vereinslokal der „Lindenhof“ bis 1960 und anschließend das „Café Stabler“ gedient. Bei beiden Bauvorhaben leisteten die Sportler in ihrer Freizeit freiwillig 6.600 Arbeitsstunden. Der dadurch eingesparte Arbeitslohn diente der Ausstattung der Räume und der Errichtung einer Flutlichtanlage. Anfang Februar erfolgte die Einweihung des Sportlerheims. Es hat eine Fläche von 160 qm und besteht aus zwei Umkleideräumen, zwei Duschräumen, einem Geräteraum, Toiletten und einem Gruppenraum (Clubheim) mit getäfelter Decke, getäfelten Wänden und gepolsterten Bänken. Bei der Einweihungsfeier dankte der Vorsitzende Dieter Klauß ganz besonders Bürgermeister Bernhard Lüneburg und der Gemeindevertretung sowie den beteiligten Sportlern für diese echte Gemeinschaftsleistung.

Das neue Sportlerheim und die 1977/78 erbaute Turnhalle der Schule gaben neue Impulse für die Ausweitung des Sportbetriebs. Während der Punktspielrunde mußten sonntags zweitweise vier bis fünf Tuniere durchgeführt werden, so daß die Umkleide- und Duschräume bei weitem nicht ausreichten. Aus diesem Grunde beschloß die Gemeindevertretung 1982 auf Initiative des TSV mit seinem Vorsitzenden Jürgen Lensch einen Anbau mit 70 qm Fläche mit Dusch-, Umkleide- und Geräteräumen, errichtet von dem Borgstedter Bauunternehmer Dieter Greve.

Die Mitgliederzahl des Vereins erhöhte sich durch die vielen Aktivitäten im Laufe der Jahre um das Fünffache auf 300. Damit einher ging eine weitere Ausweitung des Sportbetriebs. Im Sommer 1958 konnten die ersten Seniorenmannschaften mit Punktspielen beginnen und schon 1959 in die Kreisliga Rendsburg aufsteigen. 1960 konnte die zweite Seniorenmannschaft aufgestellt werden, und 1971 wurde eine Altherrenmannschaft gegründet. Ihre Betreuung übernahm zuerst Bruno Polzin, später Paul Schnödewind und Horst Rettig. Die Erfolge bei Punkt- und Pokalspielen stellten sich ein, wobei einige Spieler sich durch besonderen, langjährigen Einsatz auszeichneten. So hatten z. B. Ende 1988 Willi und Klaus Hoffmann mehr als 1.000 Spiele ausgetragen.

1970 begann Dieter Klauß die Jugend des Dorfes für den Verein zu gewinnen; er gründete eine D-Jugendmannschaft. Die Fußballjugendabteilung wuchs rasch, so daß der Verein 1974 Heinz Binder zum 1. Fußball-Jugend-Obmann wählte. 1976/77 spielten schon vier Jugendmannschaften: eine B-Jugend- (14 bis 16 Jahre), eine C-Jugend- (12 bis 14 Jahre), eine D-Jugend- (10 bis 12 Jahre) und eine E-Jugend-Mannschaft ( 8 bis 10 Jahre).

Nach Fertigstellung der Turnhalle begannen 1978 Klaus Lipinski und Alfred Schwan mit dem Aufbau einer Tischtennisgruppe. Im Februar 1979 gründete der Verein dann offiziell die Tischtennisabteilung mit dem Spartenleiter Günter Barembruch, der sich für die Belange der Sparte einsetzte. Im März 1979 erfolgte die Aufnahme in den Kreistischtennisverband Rendsburg-Eckernförde. Der Kreis der Tischtennisspieler vergrößerte sich rasch, so daß 1982 sogar drei Seniorenmanschaften gebildet werden konnten und beachtliche Erfolge erzielten.

Die enorme Ausweitung des Spielbetriebes zeigt sich unter anderem darin, daß 1982 fünf Jugendmannschaften, zwei Seniorenmannschaften und eine Altherrenmannschaft in die Fußballsaison starteten und in der Tischtennisabteilung drei Seniorenmannschaften spielten.

Naturgemäß wechselten die Mannschaftszahlen von Jahr zu Jahr etwas, doch die blieb etwa konstant. So konnten 1989 drei Seniorenfußballmannschaften, eine Altherrenfußballmannschaft, vier Jugendfußballmannschaften und zwei Seniorentischtennismannschaften in die Spielsaison gehen.

1986 erweiterte eine neugegründete Gymnastikabteilung das sportliche Angebot des Vereins.

Wahrscheinlich gaben die Erfolge der beiden Tennisstars Boris Becker und Steffi Graf den Anstoß zur Gründung einer Tennissparte. Der Leiter der neugegründeten Tennissparte, Gero Neidlinger, konnte durch seine Tatkraft wesentlich dazu beitragen, den Wunsch nach einer eigenen Tennisanlage zu verwirklichen und Anfang September 1989 konnte der TSV zwei Weichplätze einweihen. Ihnen mußte leider ein Fußballfeld geopfert werden.

Soweit Alfred Hoffmann, Chronik Borgstedt erschienen 1992

Ergänzend seien noch folgende Ereignisse bis 1992 erwähnt:

Die erste Borgstedter Damenfußballmannschaft bestreitet 1975 ihr erstes Spiel. Aus Mangel an Aktiven löst sich die Mannschaft allerdings zur Spielserie 1980/81 auf.

Schleswig-Holstein versinkt 1979 unter meterhohen Schneemassen. TSV-Sportlern gelingt es trotzdem, den Platz für ein Pokalspiel gegen den Rendsburger TSV bespielbar zu machen.

1982 feiert Borgstedt das 25-jährige Bestehen des TSV mit einer großen Festwoche.

1987 wird der TSV Borgstedt eingetragener Verein.

Im Jahr 1991 gründete sich eine Damen-Volleyballgruppe.

Seit 1992 gibt es Aerobic-Kurse.

Senioren 1958: stehend von links nach rechts E. Dubil, K. Hoffmann, H. Schrum, L. Schwarz, E. Tiedtke, B. Kalinowski, H. Steger
knieend K. Zehe, B. Greiser, W. Hoffmann
Senioren 1962: stehend von links nach rechts W. Görke, P. Lensch, E. Marten, H. Greppe, Helm. Greppe, K. Hoffmann, W. Hoffmann, H. Binder
knieend: B. Mierzwiak, J. Lensch, B. Greiser, H. Steger, H. Ripka
Angriff auf das gegnerische Tor auf dem frühen „Fußball-Acker“
 

Schießsport

Der Schießsport in Borgstedt besteht genauso lange wie der TSV. 1957 wurde durch die Kyffhäuser-Kameradschaft in einem Gartengelände der Schießsport aufgenommen. Nach einer Zwischenstation im Keller eines Mitgliedes wurde dann im Saal des Lindenhofes geschossen. 1996 wurde von ehemaligen Kyffhäuser-Kameraden der Schützenverein „Borgstedt und Umgebung“ gegründet und es entstand der heutige Schießstand. Ende 2004 löste sich der Schützenverein auf, doch die aktiven Schützen wollten ihren geliebten Sport nicht aufgeben. Also traten sie dem TSV Borgstedt bei und begründeten die Schützensparte, die jüngste und an Mitgliedern kleinste Sparte des TSV. Nach der Gründung am 10.1.2005 hat die Schützensparte, nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten, eine positive Entwicklung genossen. Die Schützen nahmen im Jahr an zehn bis zwölf Pokalschießen bei befreundeten Schützenvereinen teil und konnten mit sehr guten Platzierungen in den Disziplinen Luftgewehr und Kleinkalibergewehr aufwarten. Mangels aktiver Mitglieder löst sich die Sparte zum 31.12.2010 auf.

Fußball

Seit 2005 gibt es wieder eine Mädchenmannschaft. Innerhalb von zwei Jahren können vier Mädchenmannschaften zum Punktspielbetrieb gemeldet werden.

Mit Beginn der Saison 2006/2007 nehmen drei Mädchenmannschaften (C, E und F) am Punktspielbetrieb teil. Die F- und E-Mädchen spielen in der F-Staffel gegen Jungs und haben auch schon die ersten Spiele gewonnen. Eine D-Mädchenmannschaft hat im Frühjahr 2007 den Punktspielbetrieb aufgenommen.

Die Frauenfußballmannschaft schließt 2007 mit sage und schreibe 120:12 Toren, 19 Siegen, 2 Unentschieden und nur einer Niederlage ab. Die Frauenfußballmannschaft hat den Meistertitel erreicht und steigt in die Bezirksliga auf, 2013 steigt sie wieder ab. Wiederum als Tabellenführer steigen sie 2015 in die Kreisliga auf.

Im Sommer 2004 trat Stefan Bruns als neuer Trainer der 1. Herren in die Dienste des TSV. Mit neuem Mannschaftsgeist konnte der TSV Borgstedt die Saison 2004/2005 als Tabellenerster abschließen. Der damit verbundene Aufstieg in die 1. Kreisliga wurde ausgiebig auf dem Sportplatz gefeiert.

Durch Neuzugänge wurde die Mannschaft im Sommer 2005 noch mehr verjüngt, startete sogar als jüngstes Team mit einem Durchschnittsalter von 21,8 Jahren in die Saison und schloss diese mit einem hervorragenden 10. Platz ab. Der Klassenerhalt in dieser Saison musste hart erkämpft werden, am letzten Spieltag wurde dieser dann erreicht.

Nach Durststrecke steigt die 1. Herren 2005 wieder in die 1. Kreisliga auf.

Nach einem packenden Saisonfinale steigt die 1. Herren 2013 erneut in die 1. Kreisliga auf, 2014 stieg sie wieder ab.

2015 stiegen die 2. Herren in die C-Klasse auf.

Seit 1970 besteht die Altliga, die sich aus vorigen TSV-Gründungsmitgliedern zusammengefunden hat.

Ulla Berg präsentiert den errungenen Pokal. Links Trainer W. Möller, rechts Betreuer H. Seebauer
Die Mannschaft jubelt über einen Sieg.

Neue Kursangebote

2010 wird das Angebot mit Aikido sowie Mutter-und-Kind-Turnen erweitert.
2011 werden Pilates und Zumba neu angeboten.
2013 neu beim TSV Borgstedt: Kindertanzen und Trommeln.
Seit April 2014 wird Männer-Fit (nur für Männer) angeboten, ab November Yoga und es gibt eine zweite Pilates-Gruppe.
2016 entsteht eine dritte Pilates-Gruppe.
2017 wird der Step-Aerobic-Kurs nunmehr im wöchentlichen Wechsel mittwochs und donnerstags angeboten.
Winter 2019: Tanzkurs für Paare und Dance it für Singles sowie Womens Weekend Workout.
Silvesterlauf für jedermann. Organisiert von Eckhard Sörensen, mit über 100 Teilnehmern.
Sommer 2020: Stand-up-Paddeling für Erwachsene

Was rund um den Verein so geschah

1998 wird der untere Rasenplatz erneuert und das Sportlerheim erhält ein neues Dach.

Das Dachgeschoß wurde von Juni 2006 bis Juli 2007 in Eigenleistung von den aktiven Sportlern und Sportlerinnen der Fußballabteilung ausgebaut.

2007 feiert der TSV Borgstedt vom 8.-16. September mit vielen Veranstaltungen sein 50-jähriges Jubiläum.

2014 wurden die Unterstände für Spieler und Trainer fertig gestellt, alle Duschen wurden saniert.

2015 wird der obere Sportplatz saniert und in Eigenleistung eine Maulwurfssperre eingebaut.

2016 wird der untere Sportplatz komplett saniert und wiederum eine Maulwurfssperre in Eigenleistung eingebaut. Zusätzlich wird die Flutlichtanlage um zwei Masten und sechs Lampen erweitert. Die vorhandenen vier Lampen werden erneuert.

2017 wurde das 60-jährige Jubiläum vom 14.-16. Juli mit einem Altliga-Turnier, Spielen der Frauen und Männer am Samstag und Spielen der gesamten Jugend-Fußballabteilung untereinander am Sonntag gefeiert. Dazu gab es Darbietungen der Zumba-Sparte und vom Kindertanzen.

2018 wurde mit der Verbreiterung der Zufahrt zum Sportplatz begonnen. Die sechs alten Betonmasten auf dem oberen Sportplatz wurden abgebaut. Der Zaun zum unteren Sportplatz und die Tore auf dem oberen Sportplatz wurden erneuert. Ein weiterer Container für die Unterbringung von Trainingsmaterial wurde angeschafft.

 

Viele aktive Sportler haben sich um den Verein verdient gemacht. Besondere Anerkennung verdienen jedoch die 1. Vorsitzenden:

1957 bis 1959 Hans Mierzwiak

1959 bis 1961 Fritz Kaufmann

1961 bis 1970 Wilfried Görke

1970 bis 1976 Dieter Klaus

1976 bis 1982 Jürgen Lensch

1982 bis 1988 Volker Dölling

1988 bis 2020 Horst Seebauer

2020 bis          Eckhard Sörensen

 

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