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aus der Chronik von Christian Wulf

Die Borgstedter Sterbegilde wurde bereits 1875 von Lehrer Johann Friedrich Steinbock, Schneidermeister Stölting, Schuhmacher Heinrich Meier und Gastwirt Jürgen Hinrich Lensch gegründet. Zweck der Gilde war und  ist, den Mitgliedern und ihren Familien, Witwen und unkonfirmierten Kindern bei Sterbefällen eine Beihilfe zu den Beerdigungskosten zu gewähren. Einzelpersonen zahlten nach der Satzung damals monatlich 5 Pf. später 10 Pf 

Eine Familie ohne Kinder zahlte 10 Pf., später 20 Pf. Eine Familie mit Kindern zahlte 15 Pf., später 30 Pf. Leistungen: Bei Sterbefällen zahlte man an konfirmierte Personen 36 RM. dann 48 RM, später 60 RM. An unkonfirmierte Personen wurden 18 RM, 24 RM, später 30 RM gezahlt.

1876 wurden Leute aus Rickert, Büdelsdorf und Rendsburg aufgenommen.

1877 traten Leute aus Schacht-Audorf, Westerrönfeld, Schülldorf, Holzbunge, Duvenstedt, Mohr, Osterrönfeld ein. 1878 kamen Rade und Fockbek hinzu.

Gildehaus war Lensch' Gastwirtschaft. Gildetag ist immer der letzte Sonntag im Monat Mai. Alle Inhaber von Mitgliedsbüchern zahlen zu diesem Tag ein so genanntes "Zechgeld" (Verwaltungsgeld) von 30 Pf. Der Gildetag war bis in die Neuzeit hinein ein Fest von großer Bedeutung. Es warf lange vorher seine Schatten voraus. Die Familien, besondere Frauen und Kinder hatten für festliche Kleidung und Spargroschen reichlich gesorgt. Verwandte kamen von nah und fern, um teilzunehmen. Alle Mitglieder hatten ein Recht auf Teilnahme an den Spielen um wertvolle Gewinne, meist Gebrauchsgegenstände. Auch war für Kinderbelustigungen und Kindertanz bestens gesorgt.

Die Borgstedter Sterbegilde entwickelte sich bald zu einer segensreichen Einrichtung, zu einem Sparinstitut für den Todesfall. Die Gilde konnte trotz der geringen Mitgliedsbeiträge stets ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen, da Todesfälle nicht gehäuft auftraten.

Als der Staat später die Aufsicht über das gesamte Versicherungswesen an sich zog, mußte auch die Borgstedter Sterbegilde satzungsgemäß einen Reservefonds anlegen. Damit endeten das Eigenleben und die althergebrachte selbstständige Geschäftsführung.

In der Chronik von 1992 vermerkt Alfred Hoffmann unter „Vereine und Verbände“ lediglich den seinerzeit Vorsitzenden Karl Gottdang als Vorsitzenden der Sterbegilde.

2001 fusioniert die Borgstedter Sterbegilde und die Büdelsdorfer Sterbegilde. Sie wurde bereits 1840 als „Verein zu gegenseitiger Unterstützung bei Sterbefällen für Die Arbeiter der Carls Hütte und dessen Familien“ und am 4. August 1901 in „Sterbekasse der Carlshütte“ umbenannt. Das Protokoll der Generalversammlung vom 3. August 1919 vermerkt: „Die Gilde führt den Namen Büdelsdorfer Sterbegilde“.

Die Vorsitzenden der alten Gilden werden zu Vorsitzenden der Büdeldorf/Borgsteder Sterbegilde. 1. Vorsitzender Harald Westphal aus Büdelsdorf und Hans Harder aus Borgstedt als sein Stellvertreter. Zum Kassenwart wurde Jürgen Hartwig und zur Schriftführerin Magrit Kohlhass (beide Büdelsdorf) gewählt. Als Beisitzer fungieren Dieter Arndt (Büdelsdorf) und Uwe Wöhlk.

Am 7. März 2015 feierte die neue Gilde im Lindenhof, Borgstedt das 175jährige Jubiläum. Während im Fusionsjahr noch 2.100 Mitglieder ihre Beiträge leisteten, sind im Jubiläumjahr lediglich 1.396 Mitglieder und 21 Kinder bis 16 Jahren verzeichnet.

Gegenwärtig leiten Harald Westphal mit den Vorstandskollegen Jürgen Hartwig, Andrea Kühbandner, Almut Halatta-Hagen, Margrit Kohlhaas, Wolfgang Halatta, Andreas Kohlhaas, Uwe Wöhlk die Geschicke der Gilde

Titelseiten der Gründungssatzungen
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