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Die Entwicklung von 1934 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges

Das erste Protokoll im Protokollbuch der „Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf“, Löschzug I Borgstedt, trägt das Datum 26. April 1934. Der Wehrführer Claus Schulz hatte an diesem Abend eine Mitgliederversammlung einberufen, zu der die Mitglieder ordnungsgemäß geladen waren. Der Wehrführer begrüßte den Ortspolizeiverwalter Claus Ehlers, den Ortsschulzen Josef Binotsch und 28 Mitglieder. Es geht aus dem Protokoll hervor, wer den Wehrführer gewählt und ernannt hatte und wer die Mitglieder waren.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war der § 10 der Satzung, die Wahl des Führerrats. Der Wehrführer brachte den Vorschlag: Wehrführer: Claus Schulz, Löschzugführer Jacob Lensch, Schriftführer: Josef Wenzel, Kassenwart: Christian Wulf, Gerätewart: Ernst Triebs, Steigerführer: Johs. Prüß, Feuerwehrmann: Hans Ehlers.

Gegen diesen Vorschlag wurden keine Einwendungen erhoben, so dass er als genehmigt galt. Sodann erfolgte das Durchsprechen der Satzung, die dann nach geringfügigen Änderungen anerkannt und von sieben Mitgliedern unterschrieben wurde. Der §8 legte den Beitrag auf 0,20 RM fest.

Im Protokoll der von Wehrführer Claus Schulz einberufenen Führerratssitzung am 9. September 1934 erfolgt eine Änderung des Führerrats. Ihm gehören jetzt an: Claus Schulz, Borgstedt, als Wehrführer, Jacob Lensch, Borgstedt, als Löschzugführer, Ernst Schröder, Bünsdorf, als Löschzugführer, Joh. Tams, Holzbunge als Löschzugführer und stellv. Wehrführer, Josef Wenzel, Borgstedt, als Schriftwart, Claus Mahrt, Holzbunge, als Kassenwart, H. Löding, Bürgermeister von Bünsdorf, als stellv. Löschzugführer.

Die „Freiwillige Feuerwehr Bünsdorf“ setzte sich demnach aus drei Löschzügen zusammen:

Löschzug I Borgstedt, Löschzug II Bünsdorf, Löschzug III Holzbunge.

In dem Namen „FF Bünsdorf“ spiegelt sich die damalige Bedeutung des Kirchdorfes und der Kirchengemeinde Bünsdorf wider. An den getrennten Generalversammlungen der drei Löschzüge im Mai 1936 nahmen in Borgstedt 20, im Bünsdorf 22 und in Holzbunge 19 Kameraden teil.

Der Anfang des Löschzuges I Borgstedt muss nicht leicht gewesen sein; denn am 26. April 1934 wurde an die Gemeinde Borgstedt der Antrag gestellt, für zur Zeit elf arbeitslose Mitglieder den Beitrag zu übernehmen, und am 6. April 1935 dankte der Wehrführer der Spar- und Darlehnskasse Borgstedt und der Gemeinde Borgstedt für Geldspenden zum Aufbau und zur Einkleidung der Wehr.

Im Protokoll der Führerratssitzung vom 20 Juli 1935, an der auch die Bürgermeister der fünf Gemeinden Bünsdorf (Löding, Peters?), Holzbunge (Mahrt), Lehmbek (J. Lensch), Neu Duvenstedt (W. Böhrnsen), Borgstedt (J. Binotsch) teilnahmen schreibt der Schriftführer Ernst Sye aus Lehmbek unter Punkt 2:

„Amtsvorsteher Ehlers verlas eine neue Verordnung zwecks Aushebung einer Zwangsfeuerwehr. Er bat die Führer der Wehr um Stellungnahme. Es wurde sodann beschlossen, im Amtsbezirk die Zwangsfeuerwehr im folgenden Verhältnis auszuheben: Holzbunge acht Mann, Borgstedt 19 Mann, Bünsdorf 19 Mann.“

Dieser Beschluß ist jedoch nicht zur Durchführung gekommen.

Nach dem Dienst bei den Brandübungen und Brandmanövern wollte man verstärkt die Kameradschaft pflegen. So fand am 29. Februar 1936 der erste Kameradschaftsabend im internen Kreis in Bünsdorf statt. Eine herausragende Bewährungsprobe brachte der Brand des Gehöftes von Peter Greve neben der Schule Borgstedt. In der Generalversammlung des Löschzuges I Borgstedt der Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf am 17. April 1937 wird erwähnt, „dass die freiw. Feuerwehr sich bei dem Brande des Bauern P. Greve, dessen Gewese am 7. April 1937 eingeäschert wurde, mit Erfolg bestätigen könnte“.

Am 6. April 1939 beschloß der Führerrat, daß die Generalversammlungen der drei Löschzüge in Zukunft nicht mehr vom Wehrführer, sondern von den Löschzugführern nach Maßgabe durchgeführt werden sollten.

Die für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehenden Geräte des Löschzuges I Borgstedt waren bis 1938 eine Handdruckspritze mit 800 l/min und ab 1938 eine Motorspritze TS 8 als Tragkraftspritze mit 800 l/min.

Viele Protokolle erwähnen unter anderem Strafgelder für Nichterscheinen oder Zuspätkommen zum Dienst, auch den Ausschluss von Mitgliedern wegen Desinteresse und sehr langen Fernbleibens vom Dienst. Auch erinnert der Wehrführer immer wieder an die Grußpflicht im Dienstanzug gegenüber der Wehrmacht und der Polizei und an das Rauchverbot im Dienstanzug auf der Straße.

Das letzte Protokoll vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) vom 7. Mai 1939 ist sehr kurz. „Oberbrandmeister Schulz berichtet über die Beschickung des Maschinenkurses in Harrislee. Dreimal hat der Löschzug Bünsdorf abgelehnt. Nach längerer Aussprache erklärt sich Kam. Mumm (Bünsdorf) bereit, am dem M.-Kursus vom 26. 6. bis 6. 7. 1939 teilzunehmen.“ Es muss auch damals schwierig gewesen sein, geeignete Feuerwehrmitglieder zu den geforderten Lehrgängen zu entsenden

Mit diesem Protokoll enden die Eintragungen im Protokollbuch vor dem Kriege. Das nächste und auch das erste Protokoll nach dem Kriege hat der Schriftführer Hans Greve über die Sitzung der Löschgruppe Borgstedt am 13. Januar 1946 geschrieben.

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