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Chronik der Feuerwehr

Aufzeichungen der Chronik „Claus Ehlers“1)

Nach den Amtsrechnungen des Amtes Rendsburg von 1594 / Blatt 109 brannte es im Dorf. Dazu heißt es in einer für uns etwas ungewöhnlich klingenden Sprache:

„ Die Abgebrannten zu Borchstede erhalten zum Aufbau ihrer Häuser 94 Bäume.
Die Königliche Matt (Majestät) haben den Borchstedtern vermuge ihren Matt (majestätischen) schriftlichen Befehligh wegen des vorzeitigen Brandes unde Schadens, so erlitten gnediglich nachgegeben und vorehret zwei Jahr Hur (Pacht) ist eine Last Roggen (32 Tonnen)“

Am Himmelfahrtstage, nachmittags um 1 Uhr brannte das Abnahmehaus von J. Siey, in dem zwei Arbeiterfamilien wohnten ab. Ein Pferd und eine Ziege kamen in dem Flammen um.

1885 brannte die Stuck´sche Bäckerei ab. Der Betrieb wurde 1890 eingestellt.

Abgebrannt ist eine Wohnkate , die an der Stelle stand an der das Böge´sche Haus steht (Bretsch).

Anfang der 80iger Jahre (1880) brannte die „Wanzenkate“ ab. An der Stelle steht das Wohnhaus von Hans Stuck (Dorfstraße 13).

Das Pahl´sche Anwesen brannte 1888 durch Blitzschlag ab. Es stand neben dem Ehler´schen Gehöft. Es regnete an dem Tag so stark, daß die Feuerwehr das Löschwasser von der Straße nehmen konnte.

1886 brannte auf der Mohr´schen Bauernstelle eine Kate ab, die im jetzigen Vorgarten stand.

Das alte Bromm´sche Haus (vormals Schlachter Detlev Thiedemann) brannte 1908 ab. An dieser Stelle errichtete Fischerei-Pächter Thomas Petersen einen Neubau (Café  Stabler) an der Rendsburger Straße.

Am 31.Mai 1890 brannte das Anwesen von Heinr. Struck, Borgstedtfelde, völlig nieder.

Das Thöm'sche Anwesen, Buschkate, brannte am 31. Dezember 1932 ab.

Peter Greves Gehöft brannte am 07. April 1936 ab.

Am 22. Juni 1877 brannte durch Blitzschlag das Abnahmehaus von Böhrensen in Schulendamm nieder. Der Borgstedter Feuerwehr wurde für deren rasches Erscheinen und tatkräftiges Eingreifen eine besondere Anerkennung des Landes-Direktorates der Provinz Schleswig-Holstein ausgesprochen.

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Aufzeichnungen der Chronik "Johannes Witt“2)

Freiwillige Feuerwehr Borgstedt

Auch für die Borgstedter Feuerwehr gilt das für alle Wehren im Lande gültige Gründungsjahr 1779. Lehrer Wulf erwähnt in seiner Dorfchronik den Gastwirt Hans Jöhnk um 1900 als Brandmeister und seinen Nachfolger August Fischer, ebenfalls auch das Spritzenhaus, das 1954 dem Straßenbau zum Opfer fiel.

Nach dem Krieg betrieb Wilhelm Henschel dort eine Fahrradwerkstatt. Jöhnk hatte viele, allerdings namentlich unbekannte, Vorgänger als Brandmeister. In Borgstedt setzte sich die Feuerwehr, wie andernorts auch, aus freiwilligen Mitgliedern zusammen. 

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Aufzeichnungen der Chronik „Alfred Hoffmann“ (1992)3)


In früheren Jahrhunderten bargen die niedrigen Häuser viel Gefahrenquellen in sich, aus denen leicht ein Feuer entstehen konnte. Die Geschichte der Dörfer und Städte bezeugt immer wieder viele kleinere und auch große Feuersbrünste. Daher forderte die Obrigkeit schon vor Jahrhunderten in jedem Hause das Vorhandensein von „Brandgerätschaften“. Wenn auch bei Ausbruch eines Feuers eine Notgemeinschaft der Nachbarschaft und darüber hinaus der ganzen Bevölkerung eines Ortes entstand, so reichte die freiwillige Beteiligung an den Rettungsarbeiten nicht aus Es fehlten erfahrene Praktiker bei der Feuerbekämpfung und vor allem eine fachkundige Einsatz- und Befehlsstelle.

Lehrer Wulf erwähnt in seinem Dorfbuch kurz den Gastwirt Hans Jöhnk um 1900 als Brandmeister und seinen Nachfolger August Fischer, ebenfalls das Spritzenhaus, das 1954 dem Straßenbau zum Opfer fiel.

Die Entwicklung von 1934 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges

Das erste Protokoll im Protokollbuch der „Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf“, Löschzug I Borgstedt, trägt das Datum 26. April 1934. Der Wehrführer Claus Schulz hatte an diesem Abend eine Mitgliederversammlung einberufen, zu der die Mitglieder ordnungsgemäß geladen waren. Der Wehrführer begrüßte den Ortspolizeiverwalter Claus Ehlers, den Ortsschulzen Josef Binotsch und 28 Mitglieder. Es geht aus dem Protokoll hervor, wer den Wehrführer gewählt und ernannt hatte und wer die Mitglieder waren.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war der § 10 der Satzung, die Wahl des Führerrats. Der Wehrführer brachte den Vorschlag: Wehrführer: Claus Schulz, Löschzugführer Jacob Lensch, Schriftführer: Josef Wenzel, Kassenwart: Christian Wulf, Gerätewart: Ernst Triebs, Steigerführer: Johs. Prüß, Feuerwehrmann: Hans Ehlers.

Gegen diesen Vorschlag wurden keine Einwendungen erhoben, so dass er als genehmigt galt. Sodann erfolgte das Durchsprechen der Satzung, die dann nach geringfügigen Änderungen anerkannt und von sieben Mitgliedern unterschrieben wurde. Der §8 legte den Beitrag auf 0,20 RM fest.

Im Protokoll der von Wehrführer Claus Schulz einberufenen Führerratssitzung am 9. September 1934 erfolgt eine Änderung des Führerrats. Ihm gehören jetzt an: Claus Schulz, Borgstedt, als Wehrführer, Jacob Lensch, Borgstedt, als Löschzugführer, Ernst Schröder, Bünsdorf, als Löschzugführer, Joh. Tams, Holzbunge als Löschzugführer und stellv. Wehrführer, Josef Wenzel, Borgstedt, als Schriftwart, Claus Mahrt, Holzbunge, als Kassenwart, H. Löding, Bürgermeister von Bünsdorf, als stellv. Löschzugführer.

Die „Freiwillige Feuerwehr Bünsdorf“ setzte sich demnach aus drei Löschzügen zusammen:

Löschzug I Borgstedt, Löschzug II Bünsdorf, Löschzug III Holzbunge.

In dem Namen „FF Bünsdorf“ spiegelt sich die damalige Bedeutung des Kirchdorfes und der Kirchengemeinde Bünsdorf wider. An den getrennten Generalversammlungen der drei Löschzüge im Mai 1936 nahmen in Borgstedt 20, im Bünsdorf 22 und in Holzbunge 19 Kameraden teil.

Der Anfang des Löschzuges I Borgstedt muss nicht leicht gewesen sein; denn am 26. April 1934 wurde an die Gemeinde Borgstedt der Antrag gestellt, für zur Zeit elf arbeitslose Mitglieder den Beitrag zu übernehmen, und am 6. April 1935 dankte der Wehrführer der Spar- und Darlehnskasse Borgstedt und der Gemeinde Borgstedt für Geldspenden zum Aufbau und zur Einkleidung der Wehr.

Im Protokoll der Führerratssitzung vom 20 Juli 1935, an der auch die Bürgermeister der fünf Gemeinden Bünsdorf (Löding, Peters?), Holzbunge (Mahrt), Lehmbek (J. Lensch), Neu Duvenstedt (W. Böhrnsen), Borgstedt (J. Binotsch) teilnahmen schreibt der Schriftführer Ernst Sye aus Lehmbek unter Punkt 2:

„Amtsvorsteher Ehlers verlas eine neue Verordnung zwecks Aushebung einer Zwangsfeuerwehr. Er bat die Führer der Wehr um Stellungnahme. Es wurde sodann beschlossen, im Amtsbezirk die Zwangsfeuerwehr im folgenden Verhältnis auszuheben: Holzbunge acht Mann, Borgstedt 19 Mann, Bünsdorf 19 Mann.“

Dieser Beschluß ist jedoch nicht zur Durchführung gekommen.

Nach dem Dienst bei den Brandübungen und Brandmanövern wollte man verstärkt die Kameradschaft pflegen. So fand am 29. Februar 1936 der erste Kameradschaftsabend im internen Kreis in Bünsdorf statt. Eine herausragende Bewährungsprobe brachte der Brand des Gehöftes von Peter Greve neben der Schule Borgstedt. In der Generalversammlung des Löschzuges I Borgstedt der Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf am 17. April 1937 wird erwähnt, „dass die freiw. Feuerwehr sich bei dem Brande des Bauern P. Greve, dessen Gewese am 7. April 1937 eingeäschert wurde, mit Erfolg bestätigen könnte“.

Am 6. April 1939 beschloß der Führerrat, daß die Generalversammlungen der drei Löschzüge in Zukunft nicht mehr vom Wehrführer, sondern von den Löschzugführern nach Maßgabe durchgeführt werden sollten.

Die für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehenden Geräte des Löschzuges I Borgstedt waren bis 1938 eine Handdruckspritze mit 800 l/min und ab 1938 eine Motorspritze TS 8 als Tragkraftspritze mit 800 l/min.

Viele Protokolle erwähnen unter anderem Strafgelder für Nichterscheinen oder Zuspätkommen zum Dienst, auch den Ausschluss von Mitgliedern wegen Desinteresse und sehr langen Fernbleibens vom Dienst. Auch erinnert der Wehrführer immer wieder an die Grußpflicht im Dienstanzug gegenüber der Wehrmacht und der Polizei und an das Rauchverbot im Dienstanzug auf der Straße.

Das letzte Protokoll vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) vom 7. Mai 1939 ist sehr kurz. „Oberbrandmeister Schulz berichtet über die Beschickung des Maschinenkurses in Harrislee. Dreimal hat der Löschzug Bünsdorf abgelehnt. Nach längerer Aussprache erklärt sich Kam. Mumm (Bünsdorf) bereit, am dem M.-Kursus vom 26. 6. bis 6. 7. 1939 teilzunehmen.“ Es muss auch damals schwierig gewesen sein, geeignete Feuerwehrmitglieder zu den geforderten Lehrgängen zu entsenden

Mit diesem Protokoll enden die Eintragungen im Protokollbuch vor dem Kriege. Das nächste und auch das erste Protokoll nach dem Kriege hat der Schriftführer Hans Greve über die Sitzung der Löschgruppe Borgstedt am 13. Januar 1946 geschrieben.

Der Neubeginn von 1946 bis 1956

Schon bald nach Kriegsende begann die Löschgruppe Borgstedt mit der Fortsetzung ihrer Tätigkeit. In ihrer ersten Sitzung am 13. Januar 1946 wählten sie einstimmig Otto Hanna zum Führer und Löschmeister. Gleichzeitig bestimmten sie für den Ernstfall nacheinander die Maschinisten W. Ehlers, Theo Böge, Fritz Naujokat, Cl. Rieper, Jürgen Tank, Bernhard Gosch und die Wagenführer W. Ehlers, Theo Böge, Jürgen Tank, Heinrich Sander, Cl. Rieper, Fritz Prieß und legten die Aufgaben am Einsatzort sowie die Pflege des Gerätes  und der Schläuche nach dem Einsatz fest.

Am 29. März 1946 schrieb der Protokollführer Hans Greve untere anderem:

„a) Der Löschgruppenführer hat auf Anordnung der Militärregierung vom 10.  und 27. 3. 1946 alle 14 Tage eine Übung anzusetzen.

b) Die Ausbildung der freiwill. Feuerwehr hat nach der Vorschrift von „Heimberg-Fuchs“ - „Die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr“ zu erfolgen und zwar  einschließlich der infant. Ausbildung zur Aufrechterhaltung der Disziplin. Diese Vorschrift ist in berichtigter Form vorrätig.

c) …

d) Die Aufschrift auf dem Borgstedter Mannschaftswagen soll geändert werden, ebenfalls die Signalanlagen. An der Windschutzscheibe ist ein Schild anzubringen mit der Aufschrift: Freiwillige Feuerwehr – Voluntarie-Fire-Brigade 1 Borgstedt. Die Signallampen sind mit blauem Glas zu versehen.

e) …

f) Alle Mitglieder erhielten den Auftrag, die Kokarden sofort an den Dienstmützen zu entfernen.
g) – k) ...“

Hier wird die Einflußnahme der britischen Militärregierung deutlich sichtbar.

Am 20. Mai 1946 wurde Jürgen Tank zum Löschmeister für die zweite Motorspritze (Magirus) und Bernhard Gosch zum Gerätewart ernannt. Man sollte außerdem neue Mitglieder werben. Diese Aufforderung hatte Erfolg; denn in der Versammlung vom 29. August 1946 traten folgende neue Mitglieder in die Feuerwehr ein: Johann H. Lensch, Herbert Loesen, Friedrich Kruse, Hans Sieck, Werner Ehlers, Hans-Werner Henschel, Karl-Heinz Kühl, Karl Fischer, Ernst Homeister.

Damit stieg laut Protokoll vom 1. November 1946 die Zahl der Mitglieder von 3 Mann 1945 auf 19 Mann 1946 an.
Die Unterbringung der Geräte TS 8 (Tragkraftspritze mit einer Pumpleistung von 800 l/min) und ab 1946 einen Mannschaftswagen LF 8 (Löschfahrzeug mit 800 l/min Pumpleistung), der gleichzeitig zur Krankenbeförderung in das Krankenhaus Schirnau eingesetzt wurde.

Eine Unterbringung der Geräte in der Halle am Kanal lehnten die Mitglieder wegen der ungünstigen Ausfahrt und der zum Dorf hin stark ansteigenden Straße ab. Als Notbehelf stellte ab 1. Dezember 1946 der Schmiedemeister Christian Wulf einen Raum in seiner Schmiede zur Verfügung, außerdem durfte die Wehr die Durchfahrt der Gastwirtschaft „Lindenhof“ benutzen.

1948 erfolgte ein Wechsel in der Wehrführung, da Otto Hanna zum Unterkreisbrandmeister (entsprechend Amtswehrführer) ernannt worden war. Neuer Wehrführer wurde Jürgen Tank. In der Generalversammlung am 18. Januar 1948 wählten die 28 Feuerwehrkameraden einstimmig zum stellvertretenden Wehrführer Heinrich Sander, der diese Funktion bis 1972 innehatte. Einstimmig wählte die Versammlung auch Ernst-Otto Petersen zum Kassierer und Schriftführer und Bernhard Gosch zum Gerätewart.
Nach langer und eingehender Diskussion beschloß die Generalversammlung am 5. September 1948 auf Antrag von Heinrich Dittmann den Bau eines Gerätehauses ohne Trocknungsraum, da dieser zu kostspielig geworden wäre. An diesem Bauvorhaben sollten sich alle aktiven und passiven Mitglieder  nach Kräften beteiligen. Der Neubau ging schnell vonstatten, und schon am 30. Januar 1949 konnte E.O. Petersen seine Fertigstellung protokollieren. Den daneben angebauten Leichenraum konnte man 1963 nach Fertigstellung der Kapelle als Unterrichtsraum umgestalten.
Die Ausstattung mit Uniformen bereitete Schwierigkeiten, weil die Mittel für Neuanschaffungen fehlten. Dazu protokollierte E. O. Petersen in der Generalversammlung am 19. Februar 1950: „Sodann wurde der Bestand der vorhandenen Uniformen überprüft und die zweckmäßige Verteilung der vorhandenen Uniformen besprochen. Dabei kam zum Ausdruck, daß Kameraden, die aus beruflichen Gründen längere Zeit abwesend sind oder am Dienst nur selten teilnehmen können, ihre Uniformen an dienstbegeisterte und im Ernstfall stets einsatzbereite Feuerwehrkameraden abgeben sollen.“
Erstmals wurden im Protokoll vom 10. Februar 1951 die drei Amtswehren Borgstedt, Bünsdorf und Holzbunge erwähnt. Demnach hatte sich die „Freiwillige Feuerwehr Bünsdorf“ mit den drei Löschgruppen Borgstedt, Bünsdorf und Holzbunge in drei selbstständige Feuerwehren umgewandelt.
Das Jahr 1952 brachte durch die Initiative des Bürgermeisters Karl Seemann für das Dorf Borgstedt eine zentrale Wasserversorgung, die auch der Wehr eine ideale Löschwasserversorgung mit Hydranten sicherte. Dadurch hatte der alte Brunnen am Spülfeld vor dem Steinberg mit seinem 10 m langen, oft versandeten Zulauf ausgedient. Zur Pflege der Kameradschaft lud man im Frühjahr 1953 die benachbarten Wehren zu einem Kameradschaftsabend ein. Für die Ausgestaltung dieses Abends gründete man eine Theatergruppe aus Laienspieler der Feuerwehrmitglieder und ihrer Angehörigen unter Leitung von Ernst Homeister. Das Feuerwehrfest wurde zur jährlichen Tradition.
Neben den vorgeschriebenen Übungen und der Teilnahme an den Amtsfeuerwehrtagen erforderten kleinere und größere Brände den Einsatz der Wehr. Die schnelle Benachrichtigung der Feuerwehrmänner im Ernstfall bereitete Schwierigkeiten. Daher wurde auf Vorschlag von Heinrich Sander 1956 auf dem Dach seiner Gärtnerei eine Feuerwehrsirene angebracht; sie verbesserte wesentlich die Einsatzfähigkeit der Wehr.

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An den jährlichen Hauptversammlungen mit Jahres- und Kassenbericht nahmen immer etwa 15 bis 25 Mitglieder teil.

Von großer Bedeutung wurde die Jahreshauptversammlung am 3. Februar 1957: Der bisherige Wehrführer Jürgen Tank bat, ihn aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Wehrführer zu entbinden. Er schlug zu seinem Nachfolger Ernst Homeister vor, den die anwesenden 18 Mitglieder einstimmig zum Wehrführer wählten. Ernst Homeister hatte in den letzten Jahren die für  dieses Amt erforderlichen Lehrgänge mit Erfolg absolviert. Dem geschäftsführenden Vorstand gehören außerdem an: Heinrich Sander als stellv. Wehrführer, Ernst-Otto Petersen als Schriftführer, Hans Mierzwiak als Kassierer.

Ausstattung und Anschaffungen

Die ersten Erfolge der Bemühungen war 1959 die Anschaffung einer Motorspritze TS 8 und eines Tragkraftspritzenanhängers; in den nächsten Jahren wurden Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände angeschafft. 1964 waren alle aktiven Mitglieder endlich mit einem Tuchrock eingekleidet. Ein besonderes Ereignis wurde die Übergabe des neuen Löschfahrzeugs TSF/8 (Tragkraftspritzenfahrzeug 8 Ford Taunus Transit) durch den stellv. Bürgermeister Bernhard Lüneburg während der Einholungsfeier am 17. Dezember 1966. Schon auf der Dienstversammlung am 11. September 1966 waren für dieses Fahrzeug bestimmt worden, als erster Fahrer Hans Münchow, als zweiter Fahrer Peter Embke und als dritter Fahrer Egon Bundt. Weitere Anschaffungen folgten, z. B. 1967 vier Schlauchkörbe, zwei Warnwesten, acht Wetterschutzmäntel. 1968 vier weitere Wetterschutzmäntel. 1970 neue Tuchhosen, 22 B- und 14 C-Schläuche. 1972 Diensthemden, Handschuhe. 1974 Neueinkleidung aller aktiven Mitglieder. 1980 vier Handsprechgeräte mit 2-m-Band und eine neue TS 8 mit Ansaugautomatik. 1984 vier Atemschutzgeräte im Wert von ca. 10.000,- DM.

Um eine möglichst schnelle Alarmierung der Wehr zu erreichen, wurde 1974 am EDEKA-Geschäftshaus von Ernst Marten (Olf) ein Feuermelder installiert, der die beiden Sirenen auf den Dächern der Gärtnerei Sander und der Schule auslöst. Die Alarmierung konnte 1983 durch die Funksirenensteuerung vervollkommnet werden: Durch Eingeben der Nummer 112 werden die drei örtlichen Sirenen Schule, Haus der Feuerwehr und Spielplatz Gartenstraße ausgelöst.

Die Wasserbeschaffung in Lehmbek von der Borgstedter Enge zum Dorf hinauf bereitete großen Schwierigkeiten. Daher baute man 1975 eine Steigleitung von der Borgstedter Enge zum Hof des Bürgermeisters Kurt Jeß hoch.

Der größte Wunsch der Wehr war die Anschaffung eine Tanklöschfahrzeugs. Es bedurfte vieler Beratungen in der Gemeindevertretung und in der Wehr, bis dieser Wunsch in Erfüllung gehen konnte. Im Januar 1977 bereits hatten die Kameraden nach Besichtigung der Tanklöschfahrzeuge in Fahrendorf und in Fockbek in längerer Debatte beschlossen, dem TLF 8 von Mercedes gegenüber dem Fahrzeug von Magirus den Vorzug zu geben. Dabei war ausschlaggebend, daß beim Mercedes-Fahrzeug die Armaturen übersichtlicher sind, daher eine bessere Bedienung ermöglichen, und außerdem die Wartung (Pumpe usw.) bei der Firma Meisner in Rendsburg erfolgen könne (beim Magirus-Fahrzeug in Kellinghusen). Am 22. Juni 1978 erfolgte die feierliche Übergabe des Fahrzeugs.

Unter großer Anteilnahme des Dorfes und vieler Ehrengäste übergab Kreisbrandmeister Kruse das neue Fahrzeug, Typ TLF 8/18 mit 2600-l-Tank, geliefert von der Rendsburger Firma Meisner polizeiliches Kennzeichen RD-2109, an Bürgermeister Lüneburg. Dieser bedankte sich zunächst bei den Behörden für die Zuschüsse und überreichte dann die Fahrzeugschlüssel an den Wehrführer, Oberbrandmeister Ernst Homeister, 96.000,- DM hatte das Fahrzeug gekostet.

Die Weiterentwicklung von 1957 bis 1985 unter Ernst Homeister

28 Jahre lang war Ernst Homeister mit großem Erfolg Wehrführer, vom Vertrauen der aktiven und passiven Mitglieder, der Bevölkerung und der Gemeindevertretung getragen. Sein Bestreben war es, die Schlagkraft der Wehr zu erhöhen, sie so effektiv wie möglich zu machen und die Unterstützung der Bevölkerung für dieses Vorhaben zu gewinnen. Nur durch eine vertrauensvolle, ehrliche und auch zähe Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung und ihrem Bürgermeister konnte dieses Ziel erreicht werden. Es gelang Ernst Homeister, sowohl mit Bürgermeister Karl Seemann (bis 1974) und dann mit Bürgermeister Bernhard Lüneburg (bis 1986) schnell einen engen Kontakt zu gewinnen und die Anerkennung seines persönlichen Einsatzes und Könnens zu erlangen. Diese Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung war auch deshalb notwendig, weil der Amtswehrführer Johann Lensch-Thiedemann am 24. Januar 1970 in der Hauptversammlung mitteilte, das der bisherige Feuerwehrzweckverband nicht mehr bestehe und jede Gemeinde für ihre  Wehr selbst aufkommen müsse.

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Ausstattung und Anschaffungen

Die ersten Erfolge der Bemühungen war 1959 die Anschaffung einer Motorspritze TS 8 und eines Tragkraftspritzenanhängers; in den nächsten Jahren wurden Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände angeschafft. 1964 waren alle aktiven Mitglieder endlich mit einem Tuchrock eingekleidet. Ein besonderes Ereignis wurde die Übergabe des neuen Löschfahrzeugs TSF/8 (Tragkraftspritzenfahrzeug 8 Ford Taunus Transit) durch den stellv. Bürgermeister Bernhard Lüneburg während der Einholungsfeier am 17. Dezember 1966. Schon auf der Dienstversammlung am 11. September 1966 waren für dieses Fahrzeug bestimmt worden, als erster Fahrer Hans Münchow, als zweiter Fahrer Peter Embke und als dritter Fahrer Egon Bundt. Weitere Anschaffungen folgten, z. B. 1967 vier Schlauchkörbe, zwei Warnwesten, acht Wetterschutzmäntel. 1968 vier weitere Wetterschutzmäntel. 1970 neue Tuchhosen, 22 B- und 14 C-Schläuche. 1972 Diensthemden, Handschuhe. 1974 Neueinkleidung aller aktiven Mitglieder. 1980 vier Handsprechgeräte mit 2-m-Band und eine neue TS 8 mit Ansaugautomatik. 1984 vier Atemschutzgeräte im Wert von ca. 10.000,- DM.

Um eine möglichst schnelle Alarmierung der Wehr zu erreichen, wurde 1974 am EDEKA-Geschäftshaus von Ernst Marten (Olf) ein Feuermelder installiert, der die beiden Sirenen auf den Dächern der Gärtnerei Sander und der Schule auslöst. Die Alarmierung konnte 1983 durch die Funksirenensteuerung vervollkommnet werden: Durch Eingeben der Nummer 112 werden die drei örtlichen Sirenen Schule, Haus der Feuerwehr und Spielplatz Gartenstraße ausgelöst.

Die Wasserbeschaffung in Lehmbek von der Borgstedter Enge zum Dorf hinauf bereitete großen Schwierigkeiten. Daher baute man 1975 eine Steigleitung von der Borgstedter Enge zum Hof des Bürgermeisters Kurt Jeß hoch.

Der größte Wunsch der Wehr war die Anschaffung eine Tanklöschfahrzeugs. Es bedurfte vieler Beratungen in der Gemeindevertretung und in der Wehr, bis dieser Wunsch in Erfüllung gehen konnte. Im Januar 1977 bereits hatten die Kameraden nach Besichtigung der Tanklöschfahrzeuge in Fahrendorf und in Fockbek in längerer Debatte beschlossen, dem TLF 8 von Mercedes gegenüber dem Fahrzeug von Magirus den Vorzug zu geben. Dabei war ausschlaggebend, daß beim Mercedes-Fahrzeug die Armaturen übersichtlicher sind, daher eine bessere Bedienung ermöglichen, und außerdem die Wartung (Pumpe usw.) bei der Firma Meisner in Rendsburg erfolgen könne (beim Magirus-Fahrzeug in Kellinghusen). Am 22. Juni 1978 erfolgte die feierliche Übergabe des Fahrzeugs.

Unter großer Anteilnahme des Dorfes und vieler Ehrengäste übergab Kreisbrandmeister Kruse das neue Fahrzeug, Typ TLF 8/18 mit 2600-l-Tank, geliefert von der Rendsburger Firma Meisner polizeiliches Kennzeichen RD-2109, an Bürgermeister Lüneburg. Dieser bedankte sich zunächst bei den Behörden für die Zuschüsse und überreichte dann die Fahrzeugschlüssel an den Wehrführer, Oberbrandmeister Ernst Homeister, 96.000,- DM hatte das Fahrzeug gekostet.

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Dezember 1966
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Das „Haus der Feuerwehr“

Schon in seiner Ansprache anlässlich der Feierstunde am 22. Juni 1978 erwähnte Bürgermeister Lüneburg, daß das neue Fahrzeug nicht mehr lange im alten Maschinenschuppen beim jetzigen Gerätehaus  stehen würde; denn eine Entscheidung der Gemeindevertretung über den Bau eines neuen Gerätehauses bzw. eines Umbaus des jetzigen Gerätehauses stehe an. Zwar hatte die Wehr 1965 im alten Gerätehaus mit eigenen Mitteln einen Unterrichtsraum ausgebaut; doch das war nur ein Notbehelf. Die Gemeindevertretung sprach sich schließlich für einen Neubau am Tränkeweg aus, nachdem sie seit 1975 in mehreren Sitzungen nach Rücksprache mit dem Wehrführer eingehend Standort und Finanzierung beraten hatte. 1980 nahm der Bau des neuen Gerätehauses konkrete Formen an. Die mit dem Neubau beauftragten Architekten Krambeck und Hansen aus Rendsburg reichten die Baupläne im Januar 1981 beim Kreisbauamt Rendsburg ein. Durch die kurzfristige Bereitstellung der Kredite durch Land, Kreis und Gemeinde konnte man  den Bau bereits im Juli 1981 in Angriff nehmen. Am 15 Januar 1982 konnte man dann das „Haus der Feuerwehr“ feierlich einweihen.

Es war auf dem Grundstück der alten abgebrochenen, aus dem Jahre 1948 stammenden Feuerwehrgarage errichtet worden. Das für den Bau zusätzlich erforderliche Gelände hatte Hans-Claus Ehlers der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Das von den Architekten nach neuesten Gesichtspunkten entworfene Gebäude in konventioneller Bauweise hat einen Rauminhalt von 1.350 m³ und kostete rund 480.000,- DM. Es besteht aus einer großen Halle für zwei Fahrzeuge, einem 50 m² großem Schulungsraum, einem größerem Gemeindegeräteraum, einer Teeküche und Toiletten. Vor den angetretenen aktiven Feuerwehrmännern überreichte  Architekt Wolfgang Krambeck den traditionellen Schlüssel an Bürgermeister Bernhard Lüneburg, der diesen an Wehrführer Ernst Homeister weitergab. In den neuen Räumen konnte der Bürgermeister zahlreiche Ehrengäste begrüßen und dem Architekten, den, an dem Bau beteiligten Helfern für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit danken.

Nach den Grußworten der Gäste zeichnete Kreisbrandmeister Björn Böttger den Wehrführer Ernst Homeister für seine besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber aus. Homeister  war 38 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Borgstedt, davon 24 Jahre Gemeindewehrführer. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte die Feuerwehrkapelle Groß Wittensee.

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Einsätze und Aktivitäten

Neben dem Auf- und Ausbau der äußeren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brandbekämpfung ging die Ausweitung der Aktivitäten der Wehr einher. Im Vordergrund stand naturgemäß die Brandbekämpfung. Sie hatte neben optimalem Brandbekämpfungsgerät einen guten Ausbildungsstand und persönliche Einsatzbereitschaft zur Voraussetzung. Dem dienten die regelmäßigen Dienst- und Ausbildungsstunden, die Teilnahme an den erforderlichen Lehrgängen und die schnelle und sachgemäße Handhabung des Rettungsgerätes. Erfreulich war es, dass sich immer wieder Kameraden bereit fanden, die erforderlichen Lehrgänge zu besuchen und dafür viel Freizeit zu opfern. Äußere Anerkennung waren Beförderungen und Auszeichnungen.

Neben der Brandbekämpfung entwickelte sich eine besondere Form der Kameradschaftspflege, die die aktiven Wehrmänner  enger aneinander verband. Immer größeren Wert legte die Wehr von Jahr zu Jahr darauf, auch am kulturellen Leben des Dorfes teilzunehmen und es zum Teil mitzugestalten. Dadurch entstand eine herzliche Verbundenheit vieler Dorfbewohner mit „ihrer“ Wehr.

Es würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen, wollte man alle Einsätze in den 28 Jahren unter Wehrführer Ernst Homeister aufzählen. Exemplarisch dafür sei der von Schriftführer Harding Tieves in der Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1984 protokollierte Tätigkeitsbericht des Wehrführers für 1983:

1) 31 Einsätze bzw. Hilfeleistungen z. B. Beseitigung von Sturmschäden, Bekämpfung von Flächen-, Knick-, Scheunen-, Ofen-, Schornstein-, und Pkw-Bränden. Sicherheitswachen beim Verbrennen von Dachreet, beim Abbrennen von Stoppelfeldern und beim Lagerfeuer der Landjugend, Auspumpen eines Kellers, Öffnen einer Tür, Sicherung der Fahrradprüfung der Schule Borgstedt, Absicherung des Laternenumzugs, Ehrenwache am Volkstrauertag,

2) 16 dienstplanmäßige Zusammenkünfte für Übungen und Unterricht,

3) zwei Alarmübungen,

4) Ausbildung von 25 Feuerwehrmännern durch das DRK in Erster Hilfe an zwei Abenden,

5) Pflege der Geräte und Fahrzeuge, Instandhaltung des Gebäudes und der Außenanlagen,

6) Veranstaltungen der Wehr: Tanz in den Mai, Ausflug nach Hamburg mit Frauen, Lehr- und Informationsfahrt, Besuch der Feuerwehrkonzerte in der Nordmarkhalle, der Veranstaltungen der Nachbarwehren und der Landjugend,

7) Teilnahme von sechs Feuerwehrmännern am Truppführerlehrgang, von acht Männern am Atemschutzlehrgang und von drei Kameraden am Sprechfunklehrgang.

Außerdem erfolgte regelmäßig die Sicherung beim Reitturnier und beim Volkswandern. Die Vorführung der Geräte und Fahrzeuge auf dem Schulhof im Rahmen der Schulbrandschutzübung brachte den Schulkindern ihre Feuerwehr nahe.

Am „Tag der offenen Tür“ im Rahmen der Brandschutzwoche erklärten Feuerwehrmänner der interessierten Bevölkerung theoretisch und praktisch die Geräte. Rundfahrten mit den Fahrzeugen schlossen sich an. Daneben nahm die Wehr regelmäßig an den Amtswehrübungen, den Amtsfeuerwehrtagen und den Leistungswettbewerben teil. Aufgrund ihre guten Ausstattung und ihrer Einsatzfreude konnten sie beachtliche Erfolge erringen, so die Leistungsplakette in Bronze und später in Silber.

Bekämpfung von Großbränden

An der Bekämpfung folgender Großbrände war die Wehr, zum Teil maßgeblich beteiligt:

1936 Anwesen Peter Greve, Borgstedt

1947 Scheune Franz Bielfeldt, Lehmbek

10. 08. 1961 Anwesen Hans-Claus Ehlers, Borgstedt

19. 03. 1966 Anwesen Lorenz Lensch-Franzen,  Lehmbek (Schaden von ca. 250.000,- DM, erhaltene Werte ca. 180.000,- DM

23. 02. 1967 Sturmschäden im ganzen Dorf (Dächer Schule, U. Berg)

06. 07. 1968 Brikettlager der Raiffeisenbank (Selbstentzündung)

10. 10. 1969 Holzhandlung Gehlsen, Rendsburg (Nachbarschaftshilfe)

20. 02. 1972 Bäckerei und Café Stabler, Borgstedt

21. 11. 1972 Scheune Hans Lensch, Borgstedt

16. 06. 1974 Anwesen Hans Sieck, Borgstedt (ehem. Aug. Fischer)

30. 08. 1974 Anwesen Franz Bielfeldt, Lehmbek

08. 07. 1977 Scheune Hans Sieck, Borgstedt

26. 08. 1977 Anwesen Claus Rathje, Borgstedtfelde

01. 01. 1979 Sauna Karl-Heinz Raap, Borgstedt

10. 11. 1981 Wochenendhaus Semmler, Rader Insel

26. 10. 1983 Schuppen Manfred Jankus, Diekshof

27. 02. 1984 Schuppen Manfred Jankus, Diekshof

25. 03. 1989 Hofstelle Haar/Ehlers, Dorfstaße, Borgstedt

23. 03. 1991 Doppelhaus Mahrt/Vorpahl, Wiesengrund, Borgstedt

(Bei den drei Bränden 1977 blieben Werte von ca. 1.150.000,- DM erhalten)

Jubilaen und besondere Feiern

Am 26. April 1934 war die Freiwillige Feuerwehr Borgstedt gegründet worden. Es lag nahe, besondere und runde Jubiläen festlich zu begehen und diese Anlässe zur Selbstdarstellung zu nutzen.

Am 7. März 1959 beging die Wehr ihr 25-jähriges Stiftungsfest im Restaurant Lensch in Borgstedt. Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste gab Wehrführer Ernst Homeister einen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wehr. Er dankte besonders den Kameraden Heinrich Sander und Jürgen Tank für die 25-jährige Tätigkeit in der Wehr und überreichte an Jacob Lensch und Klaus Ehlers die Ernennungsurkunde als Ehrenmitglied der Wehr.

Am 4. April 1964 konnte das 30-jährige Stiftungsfest im Hotel Lindenhof gefeiert werden. Nach dem Bericht des Wehrführers und dem Rückblick des stellv. Wehrführers Sander sprach Bürgermeister Karl Seemann, Borgstedt und Bürgermeister Kurt Jeß, Lehmbek anerkennende Worte und übergaben der Wehr Geldgeschenke. 

Ein gelungenes Dorffest für Jung und Alt am 7. Juli 1973 veranstalteten Feuerwehr und der TSV Borgstedt gemeinsam. Nach dem Dorfumzug mit der Musikkapelle der FFW Groß Wittensee spielte auf dem Sportplatz eine Fußballmannschaft der Wehr gegen eine Dorfauswahl. Beim anschließenden Konzert konnten die Kinder manchen Preis beim Sackhüpfen gewinnen. Auf dem gut besuchten Festball am Abend im „Lindenhof“ wiesen Wehrführer Homeister und der Vorsitzende des TSV Borgstedt, Dieter Klauß, auf die Mühen und Schwierigkeiten bei der Durchführung einer so großen Veranstaltung hin, versprachen aber, angeregt durch das Interesse und die Begeisterung der Dorfbewohner, auch in Zukunft ähnliche Dorffeste zu veranstalten.

Am 27. April 1974 folgte die Feier des 40jährigen Jubiläums. Die benachbarten Wehren Büdelsdorf, Bünsdorf und Holzbunge waren mit ihren Fahrzeugen erschienen und demonstrierten den Einsatz von Atemschutz, Sprechfunk, Dachleiter und anderem Gerät auf dem Festplatz. Nach dem Dorfumzug bei leider schlechtem Wetter und der Kranzniederlegung am Ehrenmal gab die Feuerwehrkapelle Groß Wittensee im „Lindenhof“ ein Konzert; anschließend hielt Bürgermeister Lüneburg den Festvortrag über die Geschichte der Wehr. Wehrführer Homeister konnte auch diesmal die hervorragende Unterstützung der Wehr durch die Gemeindevertretung hervorheben und Bürgermeister Bernhard Lüneburg die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied überreichen. Der frühere langjährige Bürgermeister Karl Seemann war schon 1968 zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Eine weitere Ehrung nahm der stellv. Kreisbrandmeister Frahm aus Surendorf vor: Er überreichte dem Amtswehrführer Johann Lensch-Thiedemann aus Borgstedtfelde das Brandschutzehrenzeichen in Gold.

Amtsvorsteher Ströh überbrachte die Grüße des Amtes Wittensee, und Rektor Alfred Hoffmann sprach den Dank der Bevölkerung für den Einsatz der Wehr mit Gesundheit und Leben zum Wohle ihrer Mitmenschen aus. Auch diesmal beschloß ein Festball den Tag.

Das beim ersten Dorffest gegebene Versprechen wurde gehalten: Am 20. September 1975 und am 28. August 1976 veranstalteten Wehr und TSV wieder gelungene Dorffeste mit Umzug, Fußballspiel, Kinderwettbewerben, Unterhaltungskonzert und Festball.

Ein besonderer Höhepunkt wurde das 50jährige Jubiläum am 28. April 1984.

Nach dem Rückblick auf 50Jahre Freiwillige Feuerwehr Borgstedt überreichte Wehrführer Ernst Homeister an den früheren Bürgermeister von Lehmbek, Kurt Jeß, die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied. Viele Ehrengäste aus der kommunalen Selbstverwaltung, der Feuerwehr und den dörflichen Einrichtungen und Vereinen sprachen Dank- und Grußworte und überreichten zahlreiche Geschenke.

Auch diesmal wieder, wie bei den vergangenen Festen, wirkten die Ehefrauen der Feuerwehrmänner tatkräftig mit. Sie sorgten nicht nur mit selbst gebackenen Torten und Kuchen für das leibliche Wohl ihrer Männer und der Gäste, sie überreichten dem Wehrführer auch ein Tischbanner, zwei Tischfahnen und ein Spannband sowie ein selbst verfasstes Gedicht, vorgetragen von Frau Bärbel Möller. Besser konnte kaum demonstriert werden, dass die Feuerwehr eine große harmonische Familie ist.

Mitglieder, Funktionen und Ehrungen

Um alle aufgeführten Aktivitäten bewältigen zu können, bedurfte es eines ausreichenden Bestandes an aktiven Mitgliedern. Die Bereitschaft der jüngeren Dorfbewohner aus Borgstedt und Lehmbek zum freiwilligen Eintritt in die Wehr war groß, und es bedeutete ein Ehre, nach einem Jahr Probezeit auf der Jahreshauptversammlung feierlich als aktives Mitglied der Wehr aufgenommen zu werden.

Auf der Jahreshauptversammlung 1960 musste sogar eine Aufnahmesperre für aktive Mitglieder  beschlossen werden, um Kosten für eine Einkleidung zu sparen. Viele Jahre lang betrug die Zahl der aktiven Mitglieder 20 bis 25, am 31. Dezember 1981 waren es 36


Während der Gewinn von aktiven Mitgliedern keine Schwierigkeiten bereitete, war es schwerer, die Zahl der fördernden passiven Mitglieder zu steigern. Sie betrug Ende 1966 nur 59. Eine intensive Werbung 1977, besonders durch die Vorstandsmitglieder, hatte großen Erfolg. Am 31. Dezember 1981 konnten 138 fördernde Mitglieder registriert werden. Mit den 36 Aktiven und zwei Ehrenmitgliedern hatte die Wehr nun 176 Mitglieder; eine stattliche Zahl!
Die Wehrführung wechselte mit nur einer Ausnahme selten, so daß der Wehrführer langfristig und kontinuierlich disponieren und seine Vorstellungen durchsetzen und verwirklichen konnte.

Ehrungen für besondere Leistungen

Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25jährige aktive Dienstzeit:

1959 Joh. Lensch-Thiedemann,

1959 Heinrich Sander,

1959 Jürgen Tank, 

1963 Hans Mierzwiak,

1963 Fritz Kaufmann,

1965 Bernhard Gosch,

1969 Ernst Homeister,

1969 Hans Sieck,

1979 Hans Münchow,

1981 Werner Ehlers,

1982 Klaus Rathje,

1982 Klaus Hoffmann,

1982 Willi Hoffmann,

1984 Heinrich Golz,

1985 Egon Bundt.

 

Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40jährige Dienstzeit:

1974 Joh. Lensch-Thiedemann,

1978 Hans Mierzwiak,

1980 Bernhard Gosch,

1984 Ernst Homeister,

1984 Hans Sieck

 

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber für besondere Leistungen im Brandschutz:

1973 Johann Lensch-Thiedemann,
1978 Hans Sieck,
1982 Ernst Homeister,

Ernennung zum Ehrenmitglied:

1959 Claus Ehlers,
1959 Jacob Lensch,
1968 Karl Seemann,
1972 Heinrich Sander,
1974 Bernhard Lüneburg,
1984 Kurt Jeß,
1978 Hans Mierzwiak,
1988 Bernhard Gosch.

Ehrungen vor dem Kriege und im Kriege sind in den Protokollen nicht ersichtlich. Auszeichnungen hat es während dieser Zeit nicht gegeben.

Wehrführer waren:

von 1934 bis 1946 Claus Schulz,
von 1946 bis 1947 Otto Hanna,
von 1948 bis 1957 Jürgen Tank,
von 1957 bis 1985 Ernst Homeister,
von 1985 bis jetzt Ernst Marten.

Auch die stellvertretenden Wehrführer blieben lange in ihrem Amt:

von 1948 bis 1972 Heinrich Sander,
von 1972 bis 1985 Ernst Marten,
von 1985 bis jetzt Egon Bundt.


Schriftführer und Kassenwart waren:

von 1934 bis 1936 Ernst Sye,
von 1936 bis 1937 Paul Rühmann,
von 1937 bis 1939 Willi Winter,
von 1939 bis 1946 N.N.
von 1946 bis 1946 Hans Greve,
von 1946 bis 1947 Klaus Detjen,
von 1948 bis 1958 Ernst-Otto Petersen,
von 1958 bis 1963 Hans Reimers,
von 1963 bis 1967 Hans Münchow,
von 1967 bis 1980 Hans Seemann,
von1980 bis jetzt Harding Tieves.

Ab 17. Januar 1986 sind beide Ämter getrennt; Karl-Heinz Jeß nimmt seit diesem Zeitpunkt das Amt des Kassenwarts wahr.

Die Funktion der beiden Gruppenführer, ihrer Stellvertreter, der Gerätewarte, der Funkbeauftragten, Atemschutzbeauftragten und des Sicherheitsbeauftragten wechseln öfter, bedingt durch Fortzug, Krankheit oder anderen Gründen. Sie können daher nicht alle aufgeführt werden. Hervorzuheben sind aber doch die beiden langen Zeiträume der Gruppenführertätigkeit von Willi Hoffmann (1968 bis 1986) und von Egon Bundt (1978 bis 1986).

Die Wehr seit dem Wehrführerwechsel im Jahr 1985

Schon 1972 wollte Ernst Homeister aus dienstlichen und gesundheitlichen Gründen auf seine Wiederwahl verzichten, doch immer wieder konnten Wehrmänner und Gemeindevertretung ihn zur Weiterführung seines Amtes zu bewegen. Am 18. Januar 1985 jedoch stellte er endgültig sein Amt zur Verfügung.

Die Jahreshauptversammlung wählte einstimmig seinen langjährigen Stellvertreter Ernst Marten zum neuen Wehrführer.

Seine erste Amtshandlung war auf einstimmigen Wunsch aller Mitglieder die Ernennung von Ernst Homeister zum Ehren-Oberbrandmeister. Auch die Ernennung zum Ehren-Wehrführer durch die Gemeindevertretung war eine Anerkennung der großen Verdienste von Ernst Homeister. Er erklärte sich bereit, die Wahl zum Führer der Reserveabteilung anzunehmen, weiterhin aktiv mitzuarbeiten und an den Vorstandsitzungen teilzunehmen.

In einer erweiterten Vorstandssitzung am 25. November 1985 unter Vorsitz des neuen Wehrführers Ernst Marten erfolgte eine genaue Festlegung der Arbeitsteilung im Wehrvorstand.

Schriftführer H. Tieves protokollierte:

Wehrvorstand:
Wehrführer Ernst Marten,
stellv. Wehrführer Egon Bundt,
Kassierer/Schriftführer H. Tieves,
Gruppenführer H.-J. Sieck,
Gruppenführer H.-Kl. Pah,l
Führer der Reserve E. Homeister,
1. Maschinist U. Möller.

Erweiterter Fachberatungskreis im Wehrvorstand:

stellv. Gruppenführer Willi Hoffmann,
stellv. Gruppenführer Peter Paulsen,
2. Gerätewart Günter Stolley,
Atemschutzbeauftragter N. Wick,
stellv. Atemschutzbeauftragter H. Kl. Pahl,
Funkbeauftragter H.-J. Sieck,
stellv. Funkbeauftragter H. Tieves,
Sicherheitsbeauftragter H.-J. Münchow.

Anschließend wurden die genauen Aufgaben der Vorstandsmitglieder festgelegt.

Schon seit vielen Jahren traten örtliche Vereine und Verbände an den Wehrführer und die Gemeindevertretung mit der Bitte heran, den Unterrichtsraum und die Teeküche im „Haus der Feuerwehr“ mit benutzen zu dürfen; es seien aus Gemeindemitteln erstellte Räume, die allen Dorfbewohnern zur Verfügung stehen müssten. Doch die Anträge wurden stets aus Gründen der Zweckentfremdung und aus Furcht vor Beschädigungen abgelehnt.

In der Vorstandssitzung am 6. Oktober 1986 wurde in Übereinstimmung mit der Gemeindevertretung die Nutzung  des Übungsraumes durch anderweitige Vereine und Verbände festzulegen:

 „1. Die Nutzung des Übungsraumes im Haus der Feuerwehr kann in Anspruch genommen werden für aktive Verbände (DRK) bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen.

2. Eine Mitbenutzung ist nicht vorgesehen bei gesellschaftlichen Veranstaltungen bzw. Freizeitveranstaltungen. Das Nutzungsrecht bleibt der Freiwilligen Feuerwehr vorbehalten, desgleichen die Terminplanung und Einteilung.“

Dieser Beschluss schaffte klare Verhältnisse.

Die aufgeführten Aktivitäten werden seit 1985  unter Wehrführer Ernst Marten fortgeführt. Lediglich der Kameradschaftsabend wird im jährlichen Wechsel durch eine „Fahrt ins Blaue mit Damen“ ergänzt.
Die Unterstützung der Wehr durch die neue Gemeindevertretung unter Bürgermeister Willi Hoffmann seit 1986 ist weiterhin ausgezeichnet, zumal der Bürgermeister seit 1957 aktiv in herausgehobener Funktion in der Wehr tätig ist.

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