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Chronik der Feuerwehr

Aufzeichungen der Chronik „Claus Ehlers“1)

Nach den Amtsrechnungen des Amtes Rendsburg von 1594 / Blatt 109 brannte es im Dorf. Dazu heißt es in einer für uns etwas ungewöhnlich klingenden Sprache:

„ Die Abgebrannten zu Borchstede erhalten zum Aufbau ihrer Häuser 94 Bäume.
Die Königliche Matt (Majestät) haben den Borchstedtern vermuge ihren Matt (majestätischen) schriftlichen Befehligh wegen des vorzeitigen Brandes unde Schadens, so erlitten gnediglich nachgegeben und vorehret zwei Jahr Hur (Pacht) ist eine Last Roggen (32 Tonnen)“

Am Himmelfahrtstage, nachmittags um 1 Uhr brannte das Abnahmehaus von J. Siey, in dem zwei Arbeiterfamilien wohnten ab. Ein Pferd und eine Ziege kamen in dem Flammen um.

1885 brannte die Stuck´sche Bäckerei ab. Der Betrieb wurde 1890 eingestellt.

Abgebrannt ist eine Wohnkate , die an der Stelle stand an der das Böge´sche Haus steht (Bretsch).

Anfang der 80iger Jahre (1880) brannte die „Wanzenkate“ ab. An der Stelle steht das Wohnhaus von Hans Stuck (Dorfstraße 13).

Das Pahl´sche Anwesen brannte 1888 durch Blitzschlag ab. Es stand neben dem Ehler´schen Gehöft. Es regnete an dem Tag so stark, daß die Feuerwehr das Löschwasser von der Straße nehmen konnte.

1886 brannte auf der Mohr´schen Bauernstelle eine Kate ab, die im jetzigen Vorgarten stand.

Das alte Bromm´sche Haus (vormals Schlachter Detlev Thiedemann) brannte 1908 ab. An dieser Stelle errichtete Fischerei-Pächter Thomas Petersen einen Neubau (Café  Stabler) an der Rendsburger Straße.

Am 31.Mai 1890 brannte das Anwesen von Heinr. Struck, Borgstedtfelde, völlig nieder.

Das Thöm'sche Anwesen, Buschkate, brannte am 31. Dezember 1932 ab.

Peter Greves Gehöft brannte am 07. April 1936 ab.

Am 22. Juni 1877 brannte durch Blitzschlag das Abnahmehaus von Böhrensen in Schulendamm nieder. Der Borgstedter Feuerwehr wurde für deren rasches Erscheinen und tatkräftiges Eingreifen eine besondere Anerkennung des Landes-Direktorates der Provinz Schleswig-Holstein ausgesprochen.

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Aufzeichnungen der Chronik "Johannes Witt“2)

Freiwillige Feuerwehr Borgstedt

Auch für die Borgstedter Feuerwehr gilt das für alle Wehren im Lande gültige Gründungsjahr 1779. Lehrer Wulf erwähnt in seiner Dorfchronik den Gastwirt Hans Jöhnk um 1900 als Brandmeister und seinen Nachfolger August Fischer, ebenfalls auch das Spritzenhaus, das 1954 dem Straßenbau zum Opfer fiel.

Nach dem Krieg betrieb Wilhelm Henschel dort eine Fahrradwerkstatt. Jöhnk hatte viele, allerdings namentlich unbekannte, Vorgänger als Brandmeister. In Borgstedt setzte sich die Feuerwehr, wie andernorts auch, aus freiwilligen Mitgliedern zusammen. 

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Aufzeichnungen der Chronik „Alfred Hoffmann“ (1992)3)


In früheren Jahrhunderten bargen die niedrigen Häuser viel Gefahrenquellen in sich, aus denen leicht ein Feuer entstehen konnte. Die Geschichte der Dörfer und Städte bezeugt immer wieder viele kleinere und auch große Feuersbrünste. Daher forderte die Obrigkeit schon vor Jahrhunderten in jedem Hause das Vorhandensein von „Brandgerätschaften“. Wenn auch bei Ausbruch eines Feuers eine Notgemeinschaft der Nachbarschaft und darüber hinaus der ganzen Bevölkerung eines Ortes entstand, so reichte die freiwillige Beteiligung an den Rettungsarbeiten nicht aus Es fehlten erfahrene Praktiker bei der Feuerbekämpfung und vor allem eine fachkundige Einsatz- und Befehlsstelle.

Lehrer Wulf erwähnt in seinem Dorfbuch kurz den Gastwirt Hans Jöhnk um 1900 als Brandmeister und seinen Nachfolger August Fischer, ebenfalls das Spritzenhaus, das 1954 dem Straßenbau zum Opfer fiel.

Die Entwicklung von 1934 bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges

Das erste Protokoll im Protokollbuch der „Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf“, Löschzug I Borgstedt, trägt das Datum 26. April 1934. Der Wehrführer Claus Schulz hatte an diesem Abend eine Mitgliederversammlung einberufen, zu der die Mitglieder ordnungsgemäß geladen waren. Der Wehrführer begrüßte den Ortspolizeiverwalter Claus Ehlers, den Ortsschulzen Josef Binotsch und 28 Mitglieder. Es geht aus dem Protokoll hervor, wer den Wehrführer gewählt und ernannt hatte und wer die Mitglieder waren.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war der § 10 der Satzung, die Wahl des Führerrats. Der Wehrführer brachte den Vorschlag: Wehrführer: Claus Schulz, Löschzugführer Jacob Lensch, Schriftführer: Josef Wenzel, Kassenwart: Christian Wulf, Gerätewart: Ernst Triebs, Steigerführer: Johs. Prüß, Feuerwehrmann: Hans Ehlers.

Gegen diesen Vorschlag wurden keine Einwendungen erhoben, so dass er als genehmigt galt. Sodann erfolgte das Durchsprechen der Satzung, die dann nach geringfügigen Änderungen anerkannt und von sieben Mitgliedern unterschrieben wurde. Der §8 legte den Beitrag auf 0,20 RM fest.

Im Protokoll der von Wehrführer Claus Schulz einberufenen Führerratssitzung am 9. September 1934 erfolgt eine Änderung des Führerrats. Ihm gehören jetzt an: Claus Schulz, Borgstedt, als Wehrführer, Jacob Lensch, Borgstedt, als Löschzugführer, Ernst Schröder, Bünsdorf, als Löschzugführer, Joh. Tams, Holzbunge als Löschzugführer und stellv. Wehrführer, Josef Wenzel, Borgstedt, als Schriftwart, Claus Mahrt, Holzbunge, als Kassenwart, H. Löding, Bürgermeister von Bünsdorf, als stellv. Löschzugführer.

Die „Freiwillige Feuerwehr Bünsdorf“ setzte sich demnach aus drei Löschzügen zusammen:

Löschzug I Borgstedt, Löschzug II Bünsdorf, Löschzug III Holzbunge.

In dem Namen „FF Bünsdorf“ spiegelt sich die damalige Bedeutung des Kirchdorfes und der Kirchengemeinde Bünsdorf wider. An den getrennten Generalversammlungen der drei Löschzüge im Mai 1936 nahmen in Borgstedt 20, im Bünsdorf 22 und in Holzbunge 19 Kameraden teil.

Der Anfang des Löschzuges I Borgstedt muss nicht leicht gewesen sein; denn am 26. April 1934 wurde an die Gemeinde Borgstedt der Antrag gestellt, für zur Zeit elf arbeitslose Mitglieder den Beitrag zu übernehmen, und am 6. April 1935 dankte der Wehrführer der Spar- und Darlehnskasse Borgstedt und der Gemeinde Borgstedt für Geldspenden zum Aufbau und zur Einkleidung der Wehr.

Im Protokoll der Führerratssitzung vom 20 Juli 1935, an der auch die Bürgermeister der fünf Gemeinden Bünsdorf (Löding, Peters?), Holzbunge (Mahrt), Lehmbek (J. Lensch), Neu Duvenstedt (W. Böhrnsen), Borgstedt (J. Binotsch) teilnahmen schreibt der Schriftführer Ernst Sye aus Lehmbek unter Punkt 2:

„Amtsvorsteher Ehlers verlas eine neue Verordnung zwecks Aushebung einer Zwangsfeuerwehr. Er bat die Führer der Wehr um Stellungnahme. Es wurde sodann beschlossen, im Amtsbezirk die Zwangsfeuerwehr im folgenden Verhältnis auszuheben: Holzbunge acht Mann, Borgstedt 19 Mann, Bünsdorf 19 Mann.“

Dieser Beschluß ist jedoch nicht zur Durchführung gekommen.

Nach dem Dienst bei den Brandübungen und Brandmanövern wollte man verstärkt die Kameradschaft pflegen. So fand am 29. Februar 1936 der erste Kameradschaftsabend im internen Kreis in Bünsdorf statt. Eine herausragende Bewährungsprobe brachte der Brand des Gehöftes von Peter Greve neben der Schule Borgstedt. In der Generalversammlung des Löschzuges I Borgstedt der Freiwilligen Feuerwehr Bünsdorf am 17. April 1937 wird erwähnt, „dass die freiw. Feuerwehr sich bei dem Brande des Bauern P. Greve, dessen Gewese am 7. April 1937 eingeäschert wurde, mit Erfolg bestätigen könnte“.

Am 6. April 1939 beschloß der Führerrat, daß die Generalversammlungen der drei Löschzüge in Zukunft nicht mehr vom Wehrführer, sondern von den Löschzugführern nach Maßgabe durchgeführt werden sollten.

Die für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehenden Geräte des Löschzuges I Borgstedt waren bis 1938 eine Handdruckspritze mit 800 l/min und ab 1938 eine Motorspritze TS 8 als Tragkraftspritze mit 800 l/min.

Viele Protokolle erwähnen unter anderem Strafgelder für Nichterscheinen oder Zuspätkommen zum Dienst, auch den Ausschluss von Mitgliedern wegen Desinteresse und sehr langen Fernbleibens vom Dienst. Auch erinnert der Wehrführer immer wieder an die Grußpflicht im Dienstanzug gegenüber der Wehrmacht und der Polizei und an das Rauchverbot im Dienstanzug auf der Straße.

Das letzte Protokoll vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) vom 7. Mai 1939 ist sehr kurz. „Oberbrandmeister Schulz berichtet über die Beschickung des Maschinenkurses in Harrislee. Dreimal hat der Löschzug Bünsdorf abgelehnt. Nach längerer Aussprache erklärt sich Kam. Mumm (Bünsdorf) bereit, am dem M.-Kursus vom 26. 6. bis 6. 7. 1939 teilzunehmen.“ Es muss auch damals schwierig gewesen sein, geeignete Feuerwehrmitglieder zu den geforderten Lehrgängen zu entsenden

Mit diesem Protokoll enden die Eintragungen im Protokollbuch vor dem Kriege. Das nächste und auch das erste Protokoll nach dem Kriege hat der Schriftführer Hans Greve über die Sitzung der Löschgruppe Borgstedt am 13. Januar 1946 geschrieben.

Der Neubeginn von 1946 bis 1956

Schon bald nach Kriegsende begann die Löschgruppe Borgstedt mit der Fortsetzung ihrer Tätigkeit. In ihrer ersten Sitzung am 13. Januar 1946 wählten sie einstimmig Otto Hanna zum Führer und Löschmeister. Gleichzeitig bestimmten sie für den Ernstfall nacheinander die Maschinisten W. Ehlers, Theo Böge, Fritz Naujokat, Cl. Rieper, Jürgen Tank, Bernhard Gosch und die Wagenführer W. Ehlers, Theo Böge, Jürgen Tank, Heinrich Sander, Cl. Rieper, Fritz Prieß und legten die Aufgaben am Einsatzort sowie die Pflege des Gerätes  und der Schläuche nach dem Einsatz fest.

Am 29. März 1946 schrieb der Protokollführer Hans Greve untere anderem:

„a) Der Löschgruppenführer hat auf Anordnung der Militärregierung vom 10.  und 27. 3. 1946 alle 14 Tage eine Übung anzusetzen.

b) Die Ausbildung der freiwill. Feuerwehr hat nach der Vorschrift von „Heimberg-Fuchs“ - „Die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr“ zu erfolgen und zwar  einschließlich der infant. Ausbildung zur Aufrechterhaltung der Disziplin. Diese Vorschrift ist in berichtigter Form vorrätig.

c) …

d) Die Aufschrift auf dem Borgstedter Mannschaftswagen soll geändert werden, ebenfalls die Signalanlagen. An der Windschutzscheibe ist ein Schild anzubringen mit der Aufschrift: Freiwillige Feuerwehr – Voluntarie-Fire-Brigade 1 Borgstedt. Die Signallampen sind mit blauem Glas zu versehen.

e) …

f) Alle Mitglieder erhielten den Auftrag, die Kokarden sofort an den Dienstmützen zu entfernen.
g) – k) ...“

Hier wird die Einflußnahme der britischen Militärregierung deutlich sichtbar.

Am 20. Mai 1946 wurde Jürgen Tank zum Löschmeister für die zweite Motorspritze (Magirus) und Bernhard Gosch zum Gerätewart ernannt. Man sollte außerdem neue Mitglieder werben. Diese Aufforderung hatte Erfolg; denn in der Versammlung vom 29. August 1946 traten folgende neue Mitglieder in die Feuerwehr ein: Johann H. Lensch, Herbert Loesen, Friedrich Kruse, Hans Sieck, Werner Ehlers, Hans-Werner Henschel, Karl-Heinz Kühl, Karl Fischer, Ernst Homeister.

Damit stieg laut Protokoll vom 1. November 1946 die Zahl der Mitglieder von 3 Mann 1945 auf 19 Mann 1946 an.
Die Unterbringung der Geräte TS 8 (Tragkraftspritze mit einer Pumpleistung von 800 l/min) und ab 1946 einen Mannschaftswagen LF 8 (Löschfahrzeug mit 800 l/min Pumpleistung), der gleichzeitig zur Krankenbeförderung in das Krankenhaus Schirnau eingesetzt wurde.

Eine Unterbringung der Geräte in der Halle am Kanal lehnten die Mitglieder wegen der ungünstigen Ausfahrt und der zum Dorf hin stark ansteigenden Straße ab. Als Notbehelf stellte ab 1. Dezember 1946 der Schmiedemeister Christian Wulf einen Raum in seiner Schmiede zur Verfügung, außerdem durfte die Wehr die Durchfahrt der Gastwirtschaft „Lindenhof“ benutzen.

1948 erfolgte ein Wechsel in der Wehrführung, da Otto Hanna zum Unterkreisbrandmeister (entsprechend Amtswehrführer) ernannt worden war. Neuer Wehrführer wurde Jürgen Tank. In der Generalversammlung am 18. Januar 1948 wählten die 28 Feuerwehrkameraden einstimmig zum stellvertretenden Wehrführer Heinrich Sander, der diese Funktion bis 1972 innehatte. Einstimmig wählte die Versammlung auch Ernst-Otto Petersen zum Kassierer und Schriftführer und Bernhard Gosch zum Gerätewart.
Nach langer und eingehender Diskussion beschloß die Generalversammlung am 5. September 1948 auf Antrag von Heinrich Dittmann den Bau eines Gerätehauses ohne Trocknungsraum, da dieser zu kostspielig geworden wäre. An diesem Bauvorhaben sollten sich alle aktiven und passiven Mitglieder  nach Kräften beteiligen. Der Neubau ging schnell vonstatten, und schon am 30. Januar 1949 konnte E.O. Petersen seine Fertigstellung protokollieren. Den daneben angebauten Leichenraum konnte man 1963 nach Fertigstellung der Kapelle als Unterrichtsraum umgestalten.
Die Ausstattung mit Uniformen bereitete Schwierigkeiten, weil die Mittel für Neuanschaffungen fehlten. Dazu protokollierte E. O. Petersen in der Generalversammlung am 19. Februar 1950: „Sodann wurde der Bestand der vorhandenen Uniformen überprüft und die zweckmäßige Verteilung der vorhandenen Uniformen besprochen. Dabei kam zum Ausdruck, daß Kameraden, die aus beruflichen Gründen längere Zeit abwesend sind oder am Dienst nur selten teilnehmen können, ihre Uniformen an dienstbegeisterte und im Ernstfall stets einsatzbereite Feuerwehrkameraden abgeben sollen.“
Erstmals wurden im Protokoll vom 10. Februar 1951 die drei Amtswehren Borgstedt, Bünsdorf und Holzbunge erwähnt. Demnach hatte sich die „Freiwillige Feuerwehr Bünsdorf“ mit den drei Löschgruppen Borgstedt, Bünsdorf und Holzbunge in drei selbstständige Feuerwehren umgewandelt.
Das Jahr 1952 brachte durch die Initiative des Bürgermeisters Karl Seemann für das Dorf Borgstedt eine zentrale Wasserversorgung, die auch der Wehr eine ideale Löschwasserversorgung mit Hydranten sicherte. Dadurch hatte der alte Brunnen am Spülfeld vor dem Steinberg mit seinem 10 m langen, oft versandeten Zulauf ausgedient. Zur Pflege der Kameradschaft lud man im Frühjahr 1953 die benachbarten Wehren zu einem Kameradschaftsabend ein. Für die Ausgestaltung dieses Abends gründete man eine Theatergruppe aus Laienspieler der Feuerwehrmitglieder und ihrer Angehörigen unter Leitung von Ernst Homeister. Das Feuerwehrfest wurde zur jährlichen Tradition.
Neben den vorgeschriebenen Übungen und der Teilnahme an den Amtsfeuerwehrtagen erforderten kleinere und größere Brände den Einsatz der Wehr. Die schnelle Benachrichtigung der Feuerwehrmänner im Ernstfall bereitete Schwierigkeiten. Daher wurde auf Vorschlag von Heinrich Sander 1956 auf dem Dach seiner Gärtnerei eine Feuerwehrsirene angebracht; sie verbesserte wesentlich die Einsatzfähigkeit der Wehr.

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An den jährlichen Hauptversammlungen mit Jahres- und Kassenbericht nahmen immer etwa 15 bis 25 Mitglieder teil.

Von großer Bedeutung wurde die Jahreshauptversammlung am 3. Februar 1957: Der bisherige Wehrführer Jürgen Tank bat, ihn aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Wehrführer zu entbinden. Er schlug zu seinem Nachfolger Ernst Homeister vor, den die anwesenden 18 Mitglieder einstimmig zum Wehrführer wählten. Ernst Homeister hatte in den letzten Jahren die für  dieses Amt erforderlichen Lehrgänge mit Erfolg absolviert. Dem geschäftsführenden Vorstand gehören außerdem an: Heinrich Sander als stellv. Wehrführer, Ernst-Otto Petersen als Schriftführer, Hans Mierzwiak als Kassierer.

Ausstattung und Anschaffungen

Die ersten Erfolge der Bemühungen war 1959 die Anschaffung einer Motorspritze TS 8 und eines Tragkraftspritzenanhängers; in den nächsten Jahren wurden Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände angeschafft. 1964 waren alle aktiven Mitglieder endlich mit einem Tuchrock eingekleidet. Ein besonderes Ereignis wurde die Übergabe des neuen Löschfahrzeugs TSF/8 (Tragkraftspritzenfahrzeug 8 Ford Taunus Transit) durch den stellv. Bürgermeister Bernhard Lüneburg während der Einholungsfeier am 17. Dezember 1966. Schon auf der Dienstversammlung am 11. September 1966 waren für dieses Fahrzeug bestimmt worden, als erster Fahrer Hans Münchow, als zweiter Fahrer Peter Embke und als dritter Fahrer Egon Bundt. Weitere Anschaffungen folgten, z. B. 1967 vier Schlauchkörbe, zwei Warnwesten, acht Wetterschutzmäntel. 1968 vier weitere Wetterschutzmäntel. 1970 neue Tuchhosen, 22 B- und 14 C-Schläuche. 1972 Diensthemden, Handschuhe. 1974 Neueinkleidung aller aktiven Mitglieder. 1980 vier Handsprechgeräte mit 2-m-Band und eine neue TS 8 mit Ansaugautomatik. 1984 vier Atemschutzgeräte im Wert von ca. 10.000,- DM.

Um eine möglichst schnelle Alarmierung der Wehr zu erreichen, wurde 1974 am EDEKA-Geschäftshaus von Ernst Marten (Olf) ein Feuermelder installiert, der die beiden Sirenen auf den Dächern der Gärtnerei Sander und der Schule auslöst. Die Alarmierung konnte 1983 durch die Funksirenensteuerung vervollkommnet werden: Durch Eingeben der Nummer 112 werden die drei örtlichen Sirenen Schule, Haus der Feuerwehr und Spielplatz Gartenstraße ausgelöst.

Die Wasserbeschaffung in Lehmbek von der Borgstedter Enge zum Dorf hinauf bereitete großen Schwierigkeiten. Daher baute man 1975 eine Steigleitung von der Borgstedter Enge zum Hof des Bürgermeisters Kurt Jeß hoch.

Der größte Wunsch der Wehr war die Anschaffung eine Tanklöschfahrzeugs. Es bedurfte vieler Beratungen in der Gemeindevertretung und in der Wehr, bis dieser Wunsch in Erfüllung gehen konnte. Im Januar 1977 bereits hatten die Kameraden nach Besichtigung der Tanklöschfahrzeuge in Fahrendorf und in Fockbek in längerer Debatte beschlossen, dem TLF 8 von Mercedes gegenüber dem Fahrzeug von Magirus den Vorzug zu geben. Dabei war ausschlaggebend, daß beim Mercedes-Fahrzeug die Armaturen übersichtlicher sind, daher eine bessere Bedienung ermöglichen, und außerdem die Wartung (Pumpe usw.) bei der Firma Meisner in Rendsburg erfolgen könne (beim Magirus-Fahrzeug in Kellinghusen). Am 22. Juni 1978 erfolgte die feierliche Übergabe des Fahrzeugs.

Unter großer Anteilnahme des Dorfes und vieler Ehrengäste übergab Kreisbrandmeister Kruse das neue Fahrzeug, Typ TLF 8/18 mit 2600-l-Tank, geliefert von der Rendsburger Firma Meisner polizeiliches Kennzeichen RD-2109, an Bürgermeister Lüneburg. Dieser bedankte sich zunächst bei den Behörden für die Zuschüsse und überreichte dann die Fahrzeugschlüssel an den Wehrführer, Oberbrandmeister Ernst Homeister, 96.000,- DM hatte das Fahrzeug gekostet.

Die Weiterentwicklung von 1957 bis 1985 unter Ernst Homeister

28 Jahre lang war Ernst Homeister mit großem Erfolg Wehrführer, vom Vertrauen der aktiven und passiven Mitglieder, der Bevölkerung und der Gemeindevertretung getragen. Sein Bestreben war es, die Schlagkraft der Wehr zu erhöhen, sie so effektiv wie möglich zu machen und die Unterstützung der Bevölkerung für dieses Vorhaben zu gewinnen. Nur durch eine vertrauensvolle, ehrliche und auch zähe Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung und ihrem Bürgermeister konnte dieses Ziel erreicht werden. Es gelang Ernst Homeister, sowohl mit Bürgermeister Karl Seemann (bis 1974) und dann mit Bürgermeister Bernhard Lüneburg (bis 1986) schnell einen engen Kontakt zu gewinnen und die Anerkennung seines persönlichen Einsatzes und Könnens zu erlangen. Diese Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung war auch deshalb notwendig, weil der Amtswehrführer Johann Lensch-Thiedemann am 24. Januar 1970 in der Hauptversammlung mitteilte, das der bisherige Feuerwehrzweckverband nicht mehr bestehe und jede Gemeinde für ihre  Wehr selbst aufkommen müsse.

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Ausstattung und Anschaffungen

Die ersten Erfolge der Bemühungen war 1959 die Anschaffung einer Motorspritze TS 8 und eines Tragkraftspritzenanhängers; in den nächsten Jahren wurden Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände angeschafft. 1964 waren alle aktiven Mitglieder endlich mit einem Tuchrock eingekleidet. Ein besonderes Ereignis wurde die Übergabe des neuen Löschfahrzeugs TSF/8 (Tragkraftspritzenfahrzeug 8 Ford Taunus Transit) durch den stellv. Bürgermeister Bernhard Lüneburg während der Einholungsfeier am 17. Dezember 1966. Schon auf der Dienstversammlung am 11. September 1966 waren für dieses Fahrzeug bestimmt worden, als erster Fahrer Hans Münchow, als zweiter Fahrer Peter Embke und als dritter Fahrer Egon Bundt. Weitere Anschaffungen folgten, z. B. 1967 vier Schlauchkörbe, zwei Warnwesten, acht Wetterschutzmäntel. 1968 vier weitere Wetterschutzmäntel. 1970 neue Tuchhosen, 22 B- und 14 C-Schläuche. 1972 Diensthemden, Handschuhe. 1974 Neueinkleidung aller aktiven Mitglieder. 1980 vier Handsprechgeräte mit 2-m-Band und eine neue TS 8 mit Ansaugautomatik. 1984 vier Atemschutzgeräte im Wert von ca. 10.000,- DM.

Um eine möglichst schnelle Alarmierung der Wehr zu erreichen, wurde 1974 am EDEKA-Geschäftshaus von Ernst Marten (Olf) ein Feuermelder installiert, der die beiden Sirenen auf den Dächern der Gärtnerei Sander und der Schule auslöst. Die Alarmierung konnte 1983 durch die Funksirenensteuerung vervollkommnet werden: Durch Eingeben der Nummer 112 werden die drei örtlichen Sirenen Schule, Haus der Feuerwehr und Spielplatz Gartenstraße ausgelöst.

Die Wasserbeschaffung in Lehmbek von der Borgstedter Enge zum Dorf hinauf bereitete großen Schwierigkeiten. Daher baute man 1975 eine Steigleitung von der Borgstedter Enge zum Hof des Bürgermeisters Kurt Jeß hoch.

Der größte Wunsch der Wehr war die Anschaffung eine Tanklöschfahrzeugs. Es bedurfte vieler Beratungen in der Gemeindevertretung und in der Wehr, bis dieser Wunsch in Erfüllung gehen konnte. Im Januar 1977 bereits hatten die Kameraden nach Besichtigung der Tanklöschfahrzeuge in Fahrendorf und in Fockbek in längerer Debatte beschlossen, dem TLF 8 von Mercedes gegenüber dem Fahrzeug von Magirus den Vorzug zu geben. Dabei war ausschlaggebend, daß beim Mercedes-Fahrzeug die Armaturen übersichtlicher sind, daher eine bessere Bedienung ermöglichen, und außerdem die Wartung (Pumpe usw.) bei der Firma Meisner in Rendsburg erfolgen könne (beim Magirus-Fahrzeug in Kellinghusen). Am 22. Juni 1978 erfolgte die feierliche Übergabe des Fahrzeugs.

Unter großer Anteilnahme des Dorfes und vieler Ehrengäste übergab Kreisbrandmeister Kruse das neue Fahrzeug, Typ TLF 8/18 mit 2600-l-Tank, geliefert von der Rendsburger Firma Meisner polizeiliches Kennzeichen RD-2109, an Bürgermeister Lüneburg. Dieser bedankte sich zunächst bei den Behörden für die Zuschüsse und überreichte dann die Fahrzeugschlüssel an den Wehrführer, Oberbrandmeister Ernst Homeister, 96.000,- DM hatte das Fahrzeug gekostet.

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Dezember 1966
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Das „Haus der Feuerwehr“

Schon in seiner Ansprache anlässlich der Feierstunde am 22. Juni 1978 erwähnte Bürgermeister Lüneburg, daß das neue Fahrzeug nicht mehr lange im alten Maschinenschuppen beim jetzigen Gerätehaus  stehen würde; denn eine Entscheidung der Gemeindevertretung über den Bau eines neuen Gerätehauses bzw. eines Umbaus des jetzigen Gerätehauses stehe an. Zwar hatte die Wehr 1965 im alten Gerätehaus mit eigenen Mitteln einen Unterrichtsraum ausgebaut; doch das war nur ein Notbehelf. Die Gemeindevertretung sprach sich schließlich für einen Neubau am Tränkeweg aus, nachdem sie seit 1975 in mehreren Sitzungen nach Rücksprache mit dem Wehrführer eingehend Standort und Finanzierung beraten hatte. 1980 nahm der Bau des neuen Gerätehauses konkrete Formen an. Die mit dem Neubau beauftragten Architekten Krambeck und Hansen aus Rendsburg reichten die Baupläne im Januar 1981 beim Kreisbauamt Rendsburg ein. Durch die kurzfristige Bereitstellung der Kredite durch Land, Kreis und Gemeinde konnte man  den Bau bereits im Juli 1981 in Angriff nehmen. Am 15 Januar 1982 konnte man dann das „Haus der Feuerwehr“ feierlich einweihen.

Es war auf dem Grundstück der alten abgebrochenen, aus dem Jahre 1948 stammenden Feuerwehrgarage errichtet worden. Das für den Bau zusätzlich erforderliche Gelände hatte Hans-Claus Ehlers der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Das von den Architekten nach neuesten Gesichtspunkten entworfene Gebäude in konventioneller Bauweise hat einen Rauminhalt von 1.350 m³ und kostete rund 480.000,- DM. Es besteht aus einer großen Halle für zwei Fahrzeuge, einem 50 m² großem Schulungsraum, einem größerem Gemeindegeräteraum, einer Teeküche und Toiletten. Vor den angetretenen aktiven Feuerwehrmännern überreichte  Architekt Wolfgang Krambeck den traditionellen Schlüssel an Bürgermeister Bernhard Lüneburg, der diesen an Wehrführer Ernst Homeister weitergab. In den neuen Räumen konnte der Bürgermeister zahlreiche Ehrengäste begrüßen und dem Architekten, den, an dem Bau beteiligten Helfern für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit danken.

Nach den Grußworten der Gäste zeichnete Kreisbrandmeister Björn Böttger den Wehrführer Ernst Homeister für seine besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber aus. Homeister  war 38 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Borgstedt, davon 24 Jahre Gemeindewehrführer. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte die Feuerwehrkapelle Groß Wittensee.

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Einsätze und Aktivitäten

Neben dem Auf- und Ausbau der äußeren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brandbekämpfung ging die Ausweitung der Aktivitäten der Wehr einher. Im Vordergrund stand naturgemäß die Brandbekämpfung. Sie hatte neben optimalem Brandbekämpfungsgerät einen guten Ausbildungsstand und persönliche Einsatzbereitschaft zur Voraussetzung. Dem dienten die regelmäßigen Dienst- und Ausbildungsstunden, die Teilnahme an den erforderlichen Lehrgängen und die schnelle und sachgemäße Handhabung des Rettungsgerätes. Erfreulich war es, dass sich immer wieder Kameraden bereit fanden, die erforderlichen Lehrgänge zu besuchen und dafür viel Freizeit zu opfern. Äußere Anerkennung waren Beförderungen und Auszeichnungen.

Neben der Brandbekämpfung entwickelte sich eine besondere Form der Kameradschaftspflege, die die aktiven Wehrmänner  enger aneinander verband. Immer größeren Wert legte die Wehr von Jahr zu Jahr darauf, auch am kulturellen Leben des Dorfes teilzunehmen und es zum Teil mitzugestalten. Dadurch entstand eine herzliche Verbundenheit vieler Dorfbewohner mit „ihrer“ Wehr.

Es würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen, wollte man alle Einsätze in den 28 Jahren unter Wehrführer Ernst Homeister aufzählen. Exemplarisch dafür sei der von Schriftführer Harding Tieves in der Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1984 protokollierte Tätigkeitsbericht des Wehrführers für 1983:

1) 31 Einsätze bzw. Hilfeleistungen z. B. Beseitigung von Sturmschäden, Bekämpfung von Flächen-, Knick-, Scheunen-, Ofen-, Schornstein-, und Pkw-Bränden. Sicherheitswachen beim Verbrennen von Dachreet, beim Abbrennen von Stoppelfeldern und beim Lagerfeuer der Landjugend, Auspumpen eines Kellers, Öffnen einer Tür, Sicherung der Fahrradprüfung der Schule Borgstedt, Absicherung des Laternenumzugs, Ehrenwache am Volkstrauertag,

2) 16 dienstplanmäßige Zusammenkünfte für Übungen und Unterricht,

3) zwei Alarmübungen,

4) Ausbildung von 25 Feuerwehrmännern durch das DRK in Erster Hilfe an zwei Abenden,

5) Pflege der Geräte und Fahrzeuge, Instandhaltung des Gebäudes und der Außenanlagen,

6) Veranstaltungen der Wehr: Tanz in den Mai, Ausflug nach Hamburg mit Frauen, Lehr- und Informationsfahrt, Besuch der Feuerwehrkonzerte in der Nordmarkhalle, der Veranstaltungen der Nachbarwehren und der Landjugend,

7) Teilnahme von sechs Feuerwehrmännern am Truppführerlehrgang, von acht Männern am Atemschutzlehrgang und von drei Kameraden am Sprechfunklehrgang.

Außerdem erfolgte regelmäßig die Sicherung beim Reitturnier und beim Volkswandern. Die Vorführung der Geräte und Fahrzeuge auf dem Schulhof im Rahmen der Schulbrandschutzübung brachte den Schulkindern ihre Feuerwehr nahe.

Am „Tag der offenen Tür“ im Rahmen der Brandschutzwoche erklärten Feuerwehrmänner der interessierten Bevölkerung theoretisch und praktisch die Geräte. Rundfahrten mit den Fahrzeugen schlossen sich an. Daneben nahm die Wehr regelmäßig an den Amtswehrübungen, den Amtsfeuerwehrtagen und den Leistungswettbewerben teil. Aufgrund ihre guten Ausstattung und ihrer Einsatzfreude konnten sie beachtliche Erfolge erringen, so die Leistungsplakette in Bronze und später in Silber.

Bekämpfung von Großbränden

An der Bekämpfung folgender Großbrände war die Wehr, zum Teil maßgeblich beteiligt:

1936 Anwesen Peter Greve, Borgstedt

1947 Scheune Franz Bielfeldt, Lehmbek

10. 08. 1961 Anwesen Hans-Claus Ehlers, Borgstedt

19. 03. 1966 Anwesen Lorenz Lensch-Franzen,  Lehmbek (Schaden von ca. 250.000,- DM, erhaltene Werte ca. 180.000,- DM

23. 02. 1967 Sturmschäden im ganzen Dorf (Dächer Schule, U. Berg)

06. 07. 1968 Brikettlager der Raiffeisenbank (Selbstentzündung)

10. 10. 1969 Holzhandlung Gehlsen, Rendsburg (Nachbarschaftshilfe)

20. 02. 1972 Bäckerei und Café Stabler, Borgstedt

21. 11. 1972 Scheune Hans Lensch, Borgstedt

16. 06. 1974 Anwesen Hans Sieck, Borgstedt (ehem. Aug. Fischer)

30. 08. 1974 Anwesen Franz Bielfeldt, Lehmbek

08. 07. 1977 Scheune Hans Sieck, Borgstedt

26. 08. 1977 Anwesen Claus Rathje, Borgstedtfelde

01. 01. 1979 Sauna Karl-Heinz Raap, Borgstedt

10. 11. 1981 Wochenendhaus Semmler, Rader Insel

26. 10. 1983 Schuppen Manfred Jankus, Diekshof

27. 02. 1984 Schuppen Manfred Jankus, Diekshof

25. 03. 1989 Hofstelle Haar/Ehlers, Dorfstaße, Borgstedt

23. 03. 1991 Doppelhaus Mahrt/Vorpahl, Wiesengrund, Borgstedt

(Bei den drei Bränden 1977 blieben Werte von ca. 1.150.000,- DM erhalten)

Jubilaen und besondere Feiern

Am 26. April 1934 war die Freiwillige Feuerwehr Borgstedt gegründet worden. Es lag nahe, besondere und runde Jubiläen festlich zu begehen und diese Anlässe zur Selbstdarstellung zu nutzen.

Am 7. März 1959 beging die Wehr ihr 25-jähriges Stiftungsfest im Restaurant Lensch in Borgstedt. Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste gab Wehrführer Ernst Homeister einen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wehr. Er dankte besonders den Kameraden Heinrich Sander und Jürgen Tank für die 25-jährige Tätigkeit in der Wehr und überreichte an Jacob Lensch und Klaus Ehlers die Ernennungsurkunde als Ehrenmitglied der Wehr.

Am 4. April 1964 konnte das 30-jährige Stiftungsfest im Hotel Lindenhof gefeiert werden. Nach dem Bericht des Wehrführers und dem Rückblick des stellv. Wehrführers Sander sprach Bürgermeister Karl Seemann, Borgstedt und Bürgermeister Kurt Jeß, Lehmbek anerkennende Worte und übergaben der Wehr Geldgeschenke. 

Ein gelungenes Dorffest für Jung und Alt am 7. Juli 1973 veranstalteten Feuerwehr und der TSV Borgstedt gemeinsam. Nach dem Dorfumzug mit der Musikkapelle der FFW Groß Wittensee spielte auf dem Sportplatz eine Fußballmannschaft der Wehr gegen eine Dorfauswahl. Beim anschließenden Konzert konnten die Kinder manchen Preis beim Sackhüpfen gewinnen. Auf dem gut besuchten Festball am Abend im „Lindenhof“ wiesen Wehrführer Homeister und der Vorsitzende des TSV Borgstedt, Dieter Klauß, auf die Mühen und Schwierigkeiten bei der Durchführung einer so großen Veranstaltung hin, versprachen aber, angeregt durch das Interesse und die Begeisterung der Dorfbewohner, auch in Zukunft ähnliche Dorffeste zu veranstalten.

Am 27. April 1974 folgte die Feier des 40jährigen Jubiläums. Die benachbarten Wehren Büdelsdorf, Bünsdorf und Holzbunge waren mit ihren Fahrzeugen erschienen und demonstrierten den Einsatz von Atemschutz, Sprechfunk, Dachleiter und anderem Gerät auf dem Festplatz. Nach dem Dorfumzug bei leider schlechtem Wetter und der Kranzniederlegung am Ehrenmal gab die Feuerwehrkapelle Groß Wittensee im „Lindenhof“ ein Konzert; anschließend hielt Bürgermeister Lüneburg den Festvortrag über die Geschichte der Wehr. Wehrführer Homeister konnte auch diesmal die hervorragende Unterstützung der Wehr durch die Gemeindevertretung hervorheben und Bürgermeister Bernhard Lüneburg die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied überreichen. Der frühere langjährige Bürgermeister Karl Seemann war schon 1968 zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Eine weitere Ehrung nahm der stellv. Kreisbrandmeister Frahm aus Surendorf vor: Er überreichte dem Amtswehrführer Johann Lensch-Thiedemann aus Borgstedtfelde das Brandschutzehrenzeichen in Gold.

Amtsvorsteher Ströh überbrachte die Grüße des Amtes Wittensee, und Rektor Alfred Hoffmann sprach den Dank der Bevölkerung für den Einsatz der Wehr mit Gesundheit und Leben zum Wohle ihrer Mitmenschen aus. Auch diesmal beschloß ein Festball den Tag.

Das beim ersten Dorffest gegebene Versprechen wurde gehalten: Am 20. September 1975 und am 28. August 1976 veranstalteten Wehr und TSV wieder gelungene Dorffeste mit Umzug, Fußballspiel, Kinderwettbewerben, Unterhaltungskonzert und Festball.

Ein besonderer Höhepunkt wurde das 50jährige Jubiläum am 28. April 1984.

Nach dem Rückblick auf 50Jahre Freiwillige Feuerwehr Borgstedt überreichte Wehrführer Ernst Homeister an den früheren Bürgermeister von Lehmbek, Kurt Jeß, die Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied. Viele Ehrengäste aus der kommunalen Selbstverwaltung, der Feuerwehr und den dörflichen Einrichtungen und Vereinen sprachen Dank- und Grußworte und überreichten zahlreiche Geschenke.

Auch diesmal wieder, wie bei den vergangenen Festen, wirkten die Ehefrauen der Feuerwehrmänner tatkräftig mit. Sie sorgten nicht nur mit selbst gebackenen Torten und Kuchen für das leibliche Wohl ihrer Männer und der Gäste, sie überreichten dem Wehrführer auch ein Tischbanner, zwei Tischfahnen und ein Spannband sowie ein selbst verfasstes Gedicht, vorgetragen von Frau Bärbel Möller. Besser konnte kaum demonstriert werden, dass die Feuerwehr eine große harmonische Familie ist.

Mitglieder, Funktionen und Ehrungen

Um alle aufgeführten Aktivitäten bewältigen zu können, bedurfte es eines ausreichenden Bestandes an aktiven Mitgliedern. Die Bereitschaft der jüngeren Dorfbewohner aus Borgstedt und Lehmbek zum freiwilligen Eintritt in die Wehr war groß, und es bedeutete ein Ehre, nach einem Jahr Probezeit auf der Jahreshauptversammlung feierlich als aktives Mitglied der Wehr aufgenommen zu werden.

Auf der Jahreshauptversammlung 1960 musste sogar eine Aufnahmesperre für aktive Mitglieder  beschlossen werden, um Kosten für eine Einkleidung zu sparen. Viele Jahre lang betrug die Zahl der aktiven Mitglieder 20 bis 25, am 31. Dezember 1981 waren es 36


Während der Gewinn von aktiven Mitgliedern keine Schwierigkeiten bereitete, war es schwerer, die Zahl der fördernden passiven Mitglieder zu steigern. Sie betrug Ende 1966 nur 59. Eine intensive Werbung 1977, besonders durch die Vorstandsmitglieder, hatte großen Erfolg. Am 31. Dezember 1981 konnten 138 fördernde Mitglieder registriert werden. Mit den 36 Aktiven und zwei Ehrenmitgliedern hatte die Wehr nun 176 Mitglieder; eine stattliche Zahl!
Die Wehrführung wechselte mit nur einer Ausnahme selten, so daß der Wehrführer langfristig und kontinuierlich disponieren und seine Vorstellungen durchsetzen und verwirklichen konnte.

Ehrungen für besondere Leistungen

Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25jährige aktive Dienstzeit:

1959 Joh. Lensch-Thiedemann,

1959 Heinrich Sander,

1959 Jürgen Tank, 

1963 Hans Mierzwiak,

1963 Fritz Kaufmann,

1965 Bernhard Gosch,

1969 Ernst Homeister,

1969 Hans Sieck,

1979 Hans Münchow,

1981 Werner Ehlers,

1982 Klaus Rathje,

1982 Klaus Hoffmann,

1982 Willi Hoffmann,

1984 Heinrich Golz,

1985 Egon Bundt.

 

Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40jährige Dienstzeit:

1974 Joh. Lensch-Thiedemann,

1978 Hans Mierzwiak,

1980 Bernhard Gosch,

1984 Ernst Homeister,

1984 Hans Sieck

 

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber für besondere Leistungen im Brandschutz:

1973 Johann Lensch-Thiedemann,
1978 Hans Sieck,
1982 Ernst Homeister,

Ernennung zum Ehrenmitglied:

1959 Claus Ehlers,
1959 Jacob Lensch,
1968 Karl Seemann,
1972 Heinrich Sander,
1974 Bernhard Lüneburg,
1984 Kurt Jeß,
1978 Hans Mierzwiak,
1988 Bernhard Gosch.

Ehrungen vor dem Kriege und im Kriege sind in den Protokollen nicht ersichtlich. Auszeichnungen hat es während dieser Zeit nicht gegeben.

Wehrführer waren:

von 1934 bis 1946 Claus Schulz,
von 1946 bis 1947 Otto Hanna,
von 1948 bis 1957 Jürgen Tank,
von 1957 bis 1985 Ernst Homeister,
von 1985 bis jetzt Ernst Marten.

Auch die stellvertretenden Wehrführer blieben lange in ihrem Amt:

von 1948 bis 1972 Heinrich Sander,
von 1972 bis 1985 Ernst Marten,
von 1985 bis jetzt Egon Bundt.


Schriftführer und Kassenwart waren:

von 1934 bis 1936 Ernst Sye,
von 1936 bis 1937 Paul Rühmann,
von 1937 bis 1939 Willi Winter,
von 1939 bis 1946 N.N.
von 1946 bis 1946 Hans Greve,
von 1946 bis 1947 Klaus Detjen,
von 1948 bis 1958 Ernst-Otto Petersen,
von 1958 bis 1963 Hans Reimers,
von 1963 bis 1967 Hans Münchow,
von 1967 bis 1980 Hans Seemann,
von1980 bis jetzt Harding Tieves.

Ab 17. Januar 1986 sind beide Ämter getrennt; Karl-Heinz Jeß nimmt seit diesem Zeitpunkt das Amt des Kassenwarts wahr.

Die Funktion der beiden Gruppenführer, ihrer Stellvertreter, der Gerätewarte, der Funkbeauftragten, Atemschutzbeauftragten und des Sicherheitsbeauftragten wechseln öfter, bedingt durch Fortzug, Krankheit oder anderen Gründen. Sie können daher nicht alle aufgeführt werden. Hervorzuheben sind aber doch die beiden langen Zeiträume der Gruppenführertätigkeit von Willi Hoffmann (1968 bis 1986) und von Egon Bundt (1978 bis 1986).

Die Wehr seit dem Wehrführerwechsel im Jahr 1985

Schon 1972 wollte Ernst Homeister aus dienstlichen und gesundheitlichen Gründen auf seine Wiederwahl verzichten, doch immer wieder konnten Wehrmänner und Gemeindevertretung ihn zur Weiterführung seines Amtes zu bewegen. Am 18. Januar 1985 jedoch stellte er endgültig sein Amt zur Verfügung.

Die Jahreshauptversammlung wählte einstimmig seinen langjährigen Stellvertreter Ernst Marten zum neuen Wehrführer.

Seine erste Amtshandlung war auf einstimmigen Wunsch aller Mitglieder die Ernennung von Ernst Homeister zum Ehren-Oberbrandmeister. Auch die Ernennung zum Ehren-Wehrführer durch die Gemeindevertretung war eine Anerkennung der großen Verdienste von Ernst Homeister. Er erklärte sich bereit, die Wahl zum Führer der Reserveabteilung anzunehmen, weiterhin aktiv mitzuarbeiten und an den Vorstandsitzungen teilzunehmen.

In einer erweiterten Vorstandssitzung am 25. November 1985 unter Vorsitz des neuen Wehrführers Ernst Marten erfolgte eine genaue Festlegung der Arbeitsteilung im Wehrvorstand.

Schriftführer H. Tieves protokollierte:

Wehrvorstand:
Wehrführer Ernst Marten,
stellv. Wehrführer Egon Bundt,
Kassierer/Schriftführer H. Tieves,
Gruppenführer H.-J. Sieck,
Gruppenführer H.-Kl. Pah,l
Führer der Reserve E. Homeister,
1. Maschinist U. Möller.

Erweiterter Fachberatungskreis im Wehrvorstand:

stellv. Gruppenführer Willi Hoffmann,
stellv. Gruppenführer Peter Paulsen,
2. Gerätewart Günter Stolley,
Atemschutzbeauftragter N. Wick,
stellv. Atemschutzbeauftragter H. Kl. Pahl,
Funkbeauftragter H.-J. Sieck,
stellv. Funkbeauftragter H. Tieves,
Sicherheitsbeauftragter H.-J. Münchow.

Anschließend wurden die genauen Aufgaben der Vorstandsmitglieder festgelegt.

Schon seit vielen Jahren traten örtliche Vereine und Verbände an den Wehrführer und die Gemeindevertretung mit der Bitte heran, den Unterrichtsraum und die Teeküche im „Haus der Feuerwehr“ mit benutzen zu dürfen; es seien aus Gemeindemitteln erstellte Räume, die allen Dorfbewohnern zur Verfügung stehen müssten. Doch die Anträge wurden stets aus Gründen der Zweckentfremdung und aus Furcht vor Beschädigungen abgelehnt.

In der Vorstandssitzung am 6. Oktober 1986 wurde in Übereinstimmung mit der Gemeindevertretung die Nutzung  des Übungsraumes durch anderweitige Vereine und Verbände festzulegen:

 „1. Die Nutzung des Übungsraumes im Haus der Feuerwehr kann in Anspruch genommen werden für aktive Verbände (DRK) bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen.

2. Eine Mitbenutzung ist nicht vorgesehen bei gesellschaftlichen Veranstaltungen bzw. Freizeitveranstaltungen. Das Nutzungsrecht bleibt der Freiwilligen Feuerwehr vorbehalten, desgleichen die Terminplanung und Einteilung.“

Dieser Beschluss schaffte klare Verhältnisse.

Die aufgeführten Aktivitäten werden seit 1985  unter Wehrführer Ernst Marten fortgeführt. Lediglich der Kameradschaftsabend wird im jährlichen Wechsel durch eine „Fahrt ins Blaue mit Damen“ ergänzt.
Die Unterstützung der Wehr durch die neue Gemeindevertretung unter Bürgermeister Willi Hoffmann seit 1986 ist weiterhin ausgezeichnet, zumal der Bürgermeister seit 1957 aktiv in herausgehobener Funktion in der Wehr tätig ist.

Die Feuerwehr als tragende Säule der Gemeinde

Die Freiwillig Feuerwehr heutiger Zeit hat mit Wehr der Gründerväter kaum noch Gemeinsamkeiten. Sicher ist sie vorrangig für die Brandbekämpfung zuständig und hilft uneigennützig und kompetent um Schaden für die Mitbürger abzuwenden und zu helfen, denn im Katastrophenfall ist der Einzelne emotionell und physisch überfordert. Mit der Entwicklung des Dorfes, ständig wachsenden Einwohnerzahlen und Ansiedlung von Gewerbe, damit verbunden Zuwachs an Gebäuden hat auch die Feuerwehr Schritt gehalten. Neben hoch motivierten Mitgliedern, einem hervorragenden Ausbildungsstand, die der Erwerb der Leistungsmedaille „Roter Hahn“ höchster Stufe dokumentiert, steht ein überaus sehenswerter Fahrzeugpark zur Verfügung um auf jedwede Art der Hilfeleistung vorbereitet zu sein. Davon konnten die Aktiven früherer Jahre nur träumen. Selbst der Nachwuchs, die Jugendfeuerwehr, folgen mit Eifer und Elan den „Großen“ und haben mit dem Erwerb der „Jugendflamme Stufe 1“ beispielhaft ihr Wissen und Können unter Beweis stellen können.

„Löschen, Retten, Bergen, Schützen“ das einstige Motto des Deutschen Feuerwehrverbandes ist aktuell wie eh und je. Bei der Durchsicht der Protokolle der letzten Jahre fiel auf, dass sich der Schwerpunkt eindeutig auf „Bergen“, sprich Hilfeleistungen aller Art gewandelt hat. Brandbekämpfung spielt nur noch eine untergeordnete Rolle und glücklicherweise sind Brandschäden oder Totalverlust von Haus und Hof seltener an der Tagesordnung. Natürlich bedingt durch den Strukturwandel unseres Dorfes, verbesserte, schwer entflammbare Baumaterialien und Einhaltung der Bauvorschriften, sowie moderne intelligente Elektrik und Elektronik und letztendlich die Sensibilität und Verantwortung unserer Mitbürger. Das breite Band der Hilfeleistungen beinhaltet, trotz Notlage, durchaus Kurioses wie auch Tragik. Von der klassischen Katzenrettung vom hohen Baum über die Bergung eines im Schlamm steckenden Rindviehs, öffnen von Türen oder Fenster zu Rettung bewusstloser, leblos wirkender Personen bis zur Bergung suizidaler Leichen zu Land und Wasser. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Da die Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen zu treffen bei den meisten Bürgern nicht angeboren sind, setzt es eine intensive Aus- und Weiterbildung voraus. Jedes angehende aktive Feuerwehr-Mitglied durchläuft eine breitangelegte Grundausbildung, die ihn/sie in die Lage versetzt, auch ohne Anweisung, eigenverantwortlich zu handeln. Diese Fähigkeiten werden in Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene erworben und bei den regelmäßigen Übungen angewendet und vertieft. Der/die Feuerwehrmann/-frau setzt nicht nur die Gesundheit, sogar sein Leben bei gefährlichen Einsätzen auf‘s Spiel, er/sie investiert in die ehrenamtliche Tätigkeit ebenfalls eine Menge Freizeit und Energie. Leider macht sich die moderne Technik auch zum frustierenden Element. Durch hochsensible Sensoren in den Gewerbebetrieben oder Pflegeeinrichtungen werden vielfach Alarme ausgelöst, teilweise durch technische Defekte oder menschlicher Nachlässigkeit, die schlichtweg unnötig sind und als Fehlalarm verbucht werden. Wer dann aus sanften Träumen, von angenehmer Freizeitbeschäftigung oder von einem leckeren Festmahl gerissen wird, um seine Pflicht zu erfüllen, ballt schon mal die Faust in der Tasche und macht sich seinem Ärger Luft. Vor allem, wenn es eine Häufung dieser Vorfälle gibt. Aber jeder weiß, dass es hundertfach passieren kann, nur das hunderterste Mal geht es um Leben und Sachwerte und ich bin gefordert. Daher gebührt unseren Mitbürgern in Uniform, unseren „Alltagshelden“, der Respekt aller, besonders bei der Ausübung im Ernstfall. Stellt euch nicht auf die Stufe der glotzenden Idioten, die ihre verwackelten „Sensations-Dokumentation“ so schnell wie möglich unter die Menschheit bringen müssen. Lasst sie ihre Arbeit ungestört erledigen, denn die alte Regel lautet: Ein- und Austritt ist freiwillig, dazwischen gibt es nur Pflicht. Zur Entspannung und damit die Kultur nicht zu kurz kommt wird in Feuerwehrkreisen musiziert und das Feuerwehr-Orchester unterstützt. Gern werden die anstehenden Veranstaltungen der örtlichen Vereine privat, als Abordnung oder als Brandwache, besucht. Um ebenfalls kulturelle Akzente zu setzen bietet die Feuerwehr neben Informationsveranstaltungen und Tage der offenen Tür auch gesellige Aktivitäten für die gesamte Bevölkerung an und trägt so zum lebendigem, gesellschaftlichem Dorfleben bei.

Ernst Marten Wehrführer von 1985 - 1996

Das Ernst Marten die Nachfolge von Ernst Homeister antreten würde war keine Überraschung, schließlich war er schon viele Jahres als dessen Stellvertreter tätig. Er führte die Kameraden in altgewohnter Weise mit lockerer, aber weisender Hand in das letzte Dekade des Zwanzigsten Jahrhunderts. Unterstützt wurde er von seinem Vertreter Egon Bund und weiteren rührigen Vorstandsmitgliedern. Es ist schon erstaunlich wie er Beruf und „Nebentätigkeit“ geregelt bekommt. Schließlich kümmerte er sich als Eigner und Organisator der Edeka-Märkte in Bredenbek und Borgstedt täglich um den ausreichenden Warenbestand, Personal und Modernisierung und Erweiterung der Verkaufsstätten.

Auch am 23. März 1989 musste Wehrführer Marten seine Qualitäten unter Beweis stellen um den Löscheinsatz in der Dorfstraße zu leiten. Die Hofstelle Haar/Ehlers stand in Flammen und brannte bis auf die Grundmauern nieder, glücklicherweise stand diese leer und war unbewohnt, so dass es bei Sachschaden blieb und weder Leib noch Leben gefährdet wurden. Anders sah es am Sonnabend, dem 23.März 1991 aus. Dazu schreibt die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung am Montag, dem 25. März 1991:

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Dramatische Rettungsaktion über das Garagendach

Mann und Kind in Lebensgefahr

Drei Borgstedter Feuerwehrleute bei einem Großeinsatz im Wiesengrund verletzt

Dramatische Szenen spielten sich am Sonnabend im Borgstedter Wiesengrund ab: „Feuer, ruft die Feuerwehr!“, diesen Hilferuf hören die Anlieger der Straße zwischen 18 und 19 Uhr. Das Obergeschoß des Doppelhauses, das Susanne Mahrt mit ihren vier Söhnen (neun, sieben, fünf und vier Jahre alt) sowie ihrem Verlobten Günther Schmidt bewohnt, steht in Flammen. Karl-Heinz Thun, Nachbar von gegenüber, ist einer von denen, die die Feuerwehr alarmieren: „112 war besetzt, da haben wir die 110 gewählt.“ Niemand weiß genau, wer im Haus ist, schnell wird aber klar, daß Schmidt mit dem jüngsten Kind im Obergeschoß von den Flammen eingeschlossen ist und sich aus eigener Kraft nicht mehr retten kann. Das Treppenhaus steht in Flammen.

Die Nachbarn lassen keine Zeit vergehen, sofort laufen die Helfer aus der Siedlung zusammen, einige besorgen feuchte Tücher und Lappen, um den einzig möglichen Fluchtweg aus dem Fenster über die Garage zu sichern. Andere besorgen Leitern, klettern aufs Carportdach, zertrümmern das Fenster. Unterdessen schließen weitere Nachbarn einen Gartenschlauch an, holen Feuerlöscher, müssen aber schnell einsehen, daß sie keine Chance haben, etwas gegen die Flammen auszurichten, oder Günther Schmidt und Vierjährigen herauszuholen. Die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr kommt allen unendlich lang vor.

„Wir waren schnell da“, meint der stellvertretende Borgstedter Wehrführer Egon Bundt „in zwei bis drei Minuten.“ Der Alarm läuft nach Angaben der Kriminalpolizei um 18:44 Uhr auf.

Die Borgstedter Feuerwehrleute rufen die Kollegen aus Büdelsdorf und Rendsburg zur Hilfe, da den Flammen unter dem Dach schwer beizukommen ist.

Zwei Krankenwagen und der Rettungshubschrauber, ein Dutzend Feuerwehrfahrzeuge, darunter auch der Gelenkmast „Simon Snorkel“, Polizei und alles in allem gut 70 Feuerwehrleute sind insgesamt am Einsatzort. Und natürlich auch viele Schaulustige. Dem Borgstedter Atemschutztrupp gelingt es, den Jungen aus dem durch Rauch verdunkeltem Kinderzimmer zu retten. Der eingeflogene Notarzt und Rettungssanitäter leiten sofort die lebensrettenden Maßnahmen ein. Das Kind wird mit Rauchvergiftung im Kreiskrankenhaus Rendsburg eingeliefert.

Bevor der bewußtlose Günther Schmidt ebenfalls in Sicherheit gebracht werden kann, passiert ein Unfall. Zwei Borgstedter Feuerwehrmänner werden durch brennende Vertäfelung, die herabfällt, verletzt. Der dritte Mann erleidet einen Schock. Sie werden nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Den Büdelsdorfer Atemschutzträgern gelingt es, den lebensgefährlich verletzten Schmidt aus dem Gefahrenbereich herauszubringen, aber inzwischen sind sind wertvolle Minuten für seine Lebensrettung verstrichen.

Susanne Mahrt und die drei älteren Kinder sind unverletzt. Sie ist völlig durcheinander und in Sorge um den Verlobten und das Kind. Untergekommen ist sie mit ihren Kindern  bei Verwandten.

Wie die Kripo feststellt, ist das Feuer vor einem Bett im Kinderzimmer ausgebrochen. Bei dem Versuch, den Vierjährigen zu retten, ist Günther Schmidt nach Angaben der Polizei von den Flammen eingeschlossen worden. Die Ermittlungen nach der Brandursache sind noch nicht abgeschlossen, der Schaden an Gebäude und Inventar wird mit rund 150.000 Mark angegeben.

Noch glimpflich davongekommen ist die Familie Vorpahl im anderen Teil des Doppelhauses. Die Nachbarn hatten schon mit angepackt, um die Möbel vorsorglich rauszutragen, aber die Brandmauer und der massive Löscheinsatz der drei Feuerwehren verhinderten das Übergreifen der Flammen auf das gesamte Gebäude.

H. GEERTZ-LORENZEN

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Es war bis zu diesem Zeitpunkt der schwerste und dramatischte Einsatz der Wehr, besonders durch die lebensgefährliche Situation vor Ort. Glücklicherweise konnten der schwerstverletzte Eigentümer und die verletzten Kameraden wieder gesunden und dem alltäglichen Leben nachgehen.

1992 war der Wehrführer für eine weitere Amtszeit von seinen Kameraden bestätigt worden. Auch Wilfried Roggenbuck und Thomas Marten gehören seitdem dem Vorstand als Schriftführer bzw. Kassenwart an. Sie lösen Harding Tieves und Karl-Heinz Jeß ab. Auch die Gruppenführer Hans-Jürgen Sick und Hans-Claus Pahl wurden in ihrer Funktion bestätigt. Die Wehr bestand aus drei Ehrenmitgliedern, 40 Aktiven und 156 passiven Mitgliedern.

Im gleichen Jahr fand der Amtsfeuerwehrtag mit den Wehren aus Bünsdorf, Holzbunge, Sehestedt, Haby, Holtsee sowie aus Klein- und Groß-Wittensee auf dem Hof des Landwirts Ehlers statt. Höhepunkt war eine gemeinsame Einsatzarlarmübung auf der Rader Insel. In einem Brandmanöver wurde der Löscheinsatz der Bootslagerhallen simuliert.

Der in die Jahre gekommene TSF, Ford Transit, wird immer reparaturbedürftiger und die TÜV-Prüfungen stellen eine kaum zu überwindende Hürde dar. Gezwungenermaßen stellt der Vorstand am 22. Februar 1991 einen Antrag zur Ersatzbeschaffung. Diesem wird stattgegeben und die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug wird aufgenommen. Dreieinhalb Jahre später, am 24. Oktober 1994, konnten die Kameraden das neue LF8/6 beim Hersteller in Kenzingen, Baden-Würtemberg, abholen. Hierbei handelt sich um ein Löschgruppenfahrzeug mit 7,5 to. Gesamtgewicht, dass 8 Mann transportieren kann und mit Schnellangriffseinrichtung sowie 600 Liter Löschwasser ausgerüstet ist. Es ist eine Investition in die Zukunft, denn im Vorjahr wurde der Beschuss zum Bau des Abfallwirtschaftszentrum in Borgstedtfelde, deren Brandlast der Borgstedter Feuerwehr obliegt, gefällt.

Zum 60-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Borgstedt am 30. April 1994  gab es eine Kaffeetafel für alle Mitglieder der Feuerwehr. Auch die passiven Mitglieder waren eingeladen.

1995 stand im Zeichen der Gründung der Jugendfeuerwehr des Amtes Wittensee. Mit 19 Jugendlichen startet die Gemeinschaftsarbeit des Amtes die Nachwuchsarbeit und -förderung. Torsten Kurzweg übernimmt die Leitung der Jugendgruppe. Das neue Fahrzeug wurde der Bevölkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür vorgestellt und die langjährigen Kameraden Werner Ehlers, Ernst Homeister, Hans Joachim Münchow und Hans Sick wechseln aufgrund ihres Alters in die Ehrenabteilung. Egon Bundt wechselte aus Altersgründen in die Reserveabteilung, neuer stellvertretender Wehrführer wurde Kund Sauer. Große Schäden entstanden durch die Brände der bäuerlichen Anwesen der Familie Kessler auf Diekshof und des Kälberstall des Mohr‘schen Hof in der Dorfstraße.

Aus Anlass ihres zehnten „Geburtstag“ feiert Radio Schleswig-Holstein auf der Rader Insel das größte Open-Air-Event in unserer Nachbarschaft. Vielen wird dieser 10. August 1996 noch in Erinnerung sein, denn neben heißer Musik nationaler und international Rock- und Popgrößen hält die Witterung mit und beschert tausenden Zuschauern einen der sonnigsten Tage des Jahres. Um die Gluthitze zu mildern entschließt sich der Veranstalter die Fans zu kühlen und so hat Torsten Kurzweg einen großen Auftritt auf der Hauptbühne. Mit einem C-Rohr besprüht er das begeisterte Publikum und verhindert so, dass das Risiko eines Hitzschlages vermindert wird. Die eigentliche Aufgabe der Feuerwehr, die bereits seit Monaten in die Organisation der Veranstaltung eingebunden war, ist die Verkehrs- und Besucherströme zu lenken. Der Aufwand ist groß, wird aber mit Bravor erledigt.

Wilfried Roggenbuck löste Hans-Claus Pahl als Gruppenführer ab. Sein Stellvertreter wurde Andreas Hoffmann, der das Amt von Jens Braasch übernimmt. Torsten Kurzweg wurde ebenfalls zum Gruppenführerstellvertreter gewählt.

Zu insgesamt acht Einsätzen wurde die Wehr 1996 gerufen. Neben drei Flächenbränden gab es drei Fehlalarme und zwei Hilfeleistungen, bei dem ein vermisster Angler gesucht wurde. Glücklicherweise wurde er nach Einsetzen der Dunkelheit unversehrt auf Büdelsdorfer Gebiet gefunden.

Während seiner Amtszeit trugen Ernst Marten und seine Stellvertreter die Verantwortung für die Kameraden bei weit mehr als 40 Einsätzen, dokumentiert sind unter anderem:

   7 Gebäude- und Zimmerbrände

 11 Flächen-, Knick-, Moor- und Waldbrände

   1 Unterstützung der Nachbarwehr bei Gebäudebrand

   2 Kraftfahrzeug- und Strohanhänderbrände

   4 Müll- und Recyclingbrände

 10 Hilfeleistungen wie Keller lenzen, Sturmschädenbeseitigung,

      Ölspuren entfernen und, wie bereits erwähnt, Suche nach Vermissten sowie

   3 Fehlalarme

Knud Sauer Wehrführer von 1997 - 2002

Die Kameraden sahen der Jahreshauptversammlung im Januar 1997 mit Spannung entgegen. Es stand die Wahl des Wehrführers auf der Tagesordnung und beim Bürgermeister waren zwei Wahl-Vorschläge eingegangen. Neben dem stellvertretenden Wehrführer Knud Sauer konnte man auch alternativ für den Gruppenführer Hans-Jürgen Sick seine Stimme abgeben. Nach Auszählung der geheimen Wahl stand Knud als neuer Wehrführer fest. Wegen der Wahl zum stellvertretenden Wehrführer gab Wilfried Roggenbuck seinen Posten als Gruppenführer wieder an den ebenfalls gewählten Hans Klaus Pahl ab. Dem Führungsduo stehen 43 aktive Feuerwehrleute zur Seite, nicht zu vergessen sieben Ehrenmitglieder und 157 passive Mitglieder.

Neben den zahlreichen Übungs- und Informationsabenden öffnen sich die Tore der Fahrzeughalle 14 mal für den Einsatzfall: Ein Zimmerbrand in der Rendsburger Straße 54, ein Strohanhänger brannte auf der L 42, zwei Buschbrände in der Borgstedter Feldmark müssten gelöscht werden und bei zwei Flächenbränden in Bünsdorf und Holzbunge wurde Nachbarschaftshilfe geleistet, auf dem Hilfeleistungskonto stehen drei Öl-Beseitigungen. Aufgrund elektronischer Überwachung großer Gebäude kam es zu fünf Fehlalarmen im Abfallwirtschaftszentrum, im Haus Sonneneck (heute Cura Seniorencentrum) und des Bootslagers auf der Rader Insel. Auch in den folgenden Jahren kommt es vermehrt zu Fehlalarmen, meist durch überempfindliche Sensoren technischer Einrichtungen. 1998 verzeichnet der Wehrführer bereits 14 Fehlalarme neben drei Brandeinsätzen, wie Wohnungs-, Wochenenhaus und Flächenbrand. Auch zu drei Hilfeleistungen wird die Wehr gerufen. Ein vermisster Bewohner des Seniorenheimes wird gesucht und gefunden, die Hinterlassenschaften eines Verkehrsunfalls mussten beseitigt werden und auf die Rader Insel wurde zu einem Lenzeinsatz ausgerückt.

Als neues Mitglied im Vorstand wurde Willi Fock zum Kassenwart gewählt, Willfried Roggenbuck wurde für eine weitere Amtszeit als Schriftführer bestätigt.

Nach einem relativ ereignisarmen Jahr folgt 1999 ein mit Freud‘ und Leid durchsetztes Jahr. Große Freude bereitet die Gründung des Borgstedters Feuerwehrorchesters. Durch die Auflösung der Feuerwehrkapelle in Groß Wittensee finden die ehemaligen Mitglieder in Borgstedt schnell eine neue Heimat und der musikalische Leiter Willi Fries kann mit 20 Musiker*innen die Arbeit aufnehmen. Mit dem Orchester treten die ersten weiblichen Mitglieder in die Borgstedter Feuerwehr. Willkommen ist jeder musikalisch Interessierte, ob er ein Instrument spielt oder lernen möchte.

Anfang des Jahres wurde Claus Schoof zum Kassenwart gewählt. Die Besetzung des Posten als Kassenwart war nötig weil Kamerad Willi Fock unerwartet verstorben war. Ernst Marten wurde zum Ehrenwehrführer ernannt. Andreas Hoffmann ersetzte Hans Klaus Pahl als Gruppenführer und wird von Frank Müller als Stellvertreter unterstützt.

Tragisch verliefen auch die Einsätze an und auf der Eider. Im Januar und im August stürzten Personen in selbstmörderischer Absicht von der Autobahnbrücke. Die leblosen Körper müssten von der Büdelsdorfer Feuerwehr mittels ihres Bootes geborgen werden. Ein Fall von „Mann über Bord“ nahe der Autobahnbrückenpfeiler machte einen weiten Bootseinsatz nötig. Außerdem wurden ein Stallgebäude in Mohr und ein PKW gelöscht, zwei Ölspuren und vier Sturmschäden beseitigt. Auf die 14 Fehlalarme gehen wir nicht weiter ein.

Fröhlicher ging es bei der Einweihung des neuen Anbaus des Feuerwehr-Gerätehauses zu. Etliche Wochen hatte fähige Kameraden den Innenausbau in Eigenarbeit geleistet und somit die Kosten gesenkt. Wie lange gefeiert wurde hat niemand dokumentiert.

Ende des Jahres wurde die Spannung fast unerträglich. Silvester wartete die Menschheit auf den Millenium-Crach. Befürchtungen, dass die digitale Umstellung von 1999 auf 2000 von Computer-Systemen nicht erkannt wird und ein Ausfall weitläufiger Infrastruktur die Folge sein könnten, bestätigte sich glücklicherweise nicht und so wartete die Borgstedter Task-Force bei Kaffee und Limonade vergeblich auf ihren ersten  Einsatz im neuen Jahr.

Der Start in ein neues Jahrtausend mit 8 Ehrenmitgliedern, 34 Aktiven, 6 Jugendfeuerwehrlichen, 19 Orchestermitgliedern und 175 passiven Mitglieder war gelungen.

Die Jahreshauptversammlung im Januar 2000 verlief recht unspektakulär, Torsten Kurzweg wurde zum Gruppenführer gewählt und Klemens Ziemann wird technischer Leiter des Orchesters.

Um den Wassereinsatz schneller zu machen und damit effektiver, regt der Vorstand unter Federführung des früheren Marinesoldaten Knud Sauer die Anschaffung eines Feuerwehrrettungsbootes an. Der Vorschlag wird von Kameraden und Gemeinderatsmitglieder positiv aufgenommen und die Notwendigkeit bestätigt. Als neue Ausrüstung wurde die Wehr mit 30 neuen Nomexjacken ausgestattet, die bei 13 Einsätzen gute Dienste leisteten. Neben zwei Gebäude- und einem Flächenbrand mussten vierfach Hilfe geleistet werden. Bei sechs Fehlalarmen blieben die Jacken sauber.

2001 war eher ein ruhiges Jahr. Es gab lediglich vier Einsätze und vier Fehlalarme, ausgelöst vom AWR, Spedition Wohlers und dem Seniorencentrum. Es musste ein Reh aus der Eider gerettet werden und ein Geräteschuppen auf dem Grundstück Rendsburger Straße 5 gelöscht werden.

Am 3. Mai 2002 ist es soweit – das neue Feuerwehrboot, names Eiderwacht kann der Dorfbevölkerung vorgestellt werden. Gerade im Hinblick auf die Vorkommnisse der vergangenen Jahre konnte die Einsatzfähigkeit weiter erhöht werden. Viele Gäste aus dem Dorf und auch Abordnungen der Feuerwehren aus dem Amtsbereich sowie Büdelsdorf und Rendsburg konnten begrüßt werden. Tragischerweise kam es gleich im August zum Einsatz. Wieder lag ein Suizidfall an der Autobahnbrücke vor.

Weitere Einsätze gab es laut Protokoll:

07.01.2002 – 10.00 Uhr - Ölspur auf 1 Km Länge auf der Rendsburger Straße

17.01.2002 -  00.37 Uhr - Brand von Bekleidung und Baustoffen in einem Rohbau im Kleindoorskamp

26.02.2002 – 16.45 Uhr - (Sturmeinsatz) Beseitigung eines umgestürzten Baumes im Torfweg

04.05.2002 – 06.46 Uhr - Zimmerbrand im Alten- und Pflegeheim Sonneneck
                                         Unterstützt wurden wir mit einem Hochleistungslüfter der Feuerwehr   
                                         Büdelsdorf

15.05.2002 – 15.15 Uhr - Brand eines Müllsacklagerplatzes bei der Spedition Wohlert

10.07.2002 –
18.25 bis ca. 23.00 Uhr  - 11 Lenzeinsätze in der Stadt Büdelsdorf nach starken Regenfällen

22.07.2002 – 22.16 Uhr - Fehlalarm: Verbrennen von Holz im Treidelweg

20.08.2002 – 10.40 Uhr - Schwimmponton am Yachtclub nach Wassereinbruch gelenzt

21.08.2002 – 14.10 Uhr - Abstreuen einer Ölspur nach Verkehrsunfall auf der B 203,
                                         Höhe Rossahlredder

27.08.2002 – 08.07 Uhr - Person von der Rader Hochbrücke gesprungen

03.09.2002 – 21.06 Uhr - Auslösung der Brandmeldeanlage Wohlert  Fehlalarm

12.10.2002 – 20.54 Uhr - Brand eines Wochenendhauses auf der Rader Insel

27.10.2002 – 15.15 Uhr - Beseitigung eines umgestürzten Baumes im Treidelweg

02.12.2002 – 23.12 Uhr - Erkundung und Sicherung von ausgelaufenden Dieselöls nach
                                         Verkehrsunfall auf der Rader Hochbrücke

27.12.2002 – 10.45 Uhr - Brand eines Adventskranzes im Alten- und Pflegeheim
                                         Der Brand konnte durch Pflegepersonal gelöscht werden.

Personelle Veränderungen gab es wenige. Willi Hoffmann löste Egon Bundt als Führer der Reserveabteilung ab.

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Am 16./17. November 2002 veröffentlicht das „Hallo-Wochenblatt“ folgendes:

Das große HALLO Interview mit Knud Sauer, Wehrführer in Borgstedt

„Verantwortung zu übernehmen kann auch Spaß machen“

Ein beschauliches Dorf, schön gelegen an der Eider – das ist Borgstedt. Natürlich braucht auch Borgstedt eine Feuerwehr. Und die ist sehr präsent. Außer beim Notfall, spielt sie auch bei gesellschaftlichen Zusammenkünften eine wichtige Rolle. Aber es werden nicht nur  Veranstaltungen geplant, ein eigenes Orchester steht auch zur Verfügung. Wehrführer Knud Sauer, 37 Jahre alt ist seit 1988 aktives Mitglied in der Borgstedter Freiwilligen Feuerwehr. Als gebürtiger Borgstedter ist er mit seiner Heimatgemeinde sehr verbunden und lebt ausgesprochen gerne in dieser dörflichen Gemeinschaft. Seit 1997 ist er Wehrführer. HALLO am Wochenende sprach mit Knud Sauer über die Ausbildung in der Feuerwehr, ihre Aufgaben und die Nachwuchssorgen.

 

HALLO: Herr Sauer, seit wann gibt es die Freiwillige Feuerwehr Borgstedt und wie viele Mitglieder zählen sie?

KNUD SAUER: Die Freiwillige Feuerwehr Borgstedt ist 1934 gegründet worden. Wir blicken also bald auf 70 Jahre Feuerwehrgeschichte zurück. Zur Zeit sind wir 37 aktive Mitglieder. Und wir würden gerne noch mehr werden. Es wäre schön, wenn sich einige Borgsteder angesprochen fühlen.  Jeder neue Aktive ist herzlich willkommen, selbstverständlich auch Frauen.

HALLLO: Borgstedt liegt so verträumt an der Eider, kaum vorstellbar, dass hier Feuerwehreinsätze notwendig sind. Was gibt es für die Feuerwehr in einem knapp 1.300 Einwohner starkem Dorf so alles zu tun?

KUND SAUER. Außer für Borgstedt sind wir auch noch für Borgstedtfelde und den Ortteil Lehmbek zuständig. Außerdem arbeiten wir mit den Feuerwehren in Büdelsdorf, Holzbunge und Bünsdorf zusammen. Sollte auf der Rader Insel ein Einsatz notwendig sein, leisten wir da natürlich auch Nachbarschaftshilfe, obwohl das eigentlich der Zuständigkeitsbereich von Schacht-Audorf ist. Durch den Nord-Ostsee-Kanal ist die Rader Insel von Schacht-Audorf und Rade getrennt. Zur Zeit laufen aber Verhandlungen, den Brandschutz voll in Borgstedter Hände zu legen. Leider kommt es auch bei uns zu Notfällen, die den Einsatz der Feuerwehr nötig machen.Wir haben häufiger auf und um die Eider herum zu tun. Zum Beispiel gilt es  gelegentlich vermisste Personen zu suchen oder Menschen zu bergen, die von der Rader Hochbrücke gesprungen sind. Das sind besonders schwierige Einsätze, die einen durchaus auch belasten können. Auch bei Verkehrsunfällen im Borgstedter Raum werden wie neben der zuständigen Hilfeleistungswehr alarmiert, um erste Maßnahmen mit einleiten zu können. Auf dem Land kommt ea auch immer mal wieder zu Scheunenbränden oder ein ganzes Kornfeld gerät in Brand. Ich erinnere mich an den Brand eines Roggenfeldes, wo wir dem Feuer mit 70 Mann zu Leibe rücken müssten. Zwei Stunden dauerte es bis die Löscharbeiten beendet waren. Insgesamt wurden bei dem Brand neun Hektar Roggen zerstört und es war ein Sachschaden von 16.000 Mark entstanden.

HALLO: Können sie sich an ein besonders schwerwiegendes Ereignis erinnern? Wie verarbeiten die Feuerwehrmänner belastende Situationen?

KNUD SAUER: Vor gut elf Jahren hatten wir einmal eine besonders dramatische Rettungsaktion erlebt. Das Obergeschoss einer Doppelhaushälfte brannte und der Hausherr war mit dem jüngsten Kind von den Flammen eingeschlossen. Die Feuerwehr war in kurzer Zeit vor Ort. Die Kollegen aus Rendsburg und Büdelsdorf waren auch alarmiert worden, da den Flammen unter dem Dachstuhl schwer beizukommen war. Dem Borgstedter Atemschutztrupp gelang es, den Jungen aus dem von Rauch verqualmten Kinderzimmer zu bergen. Bevor jedoch dem Mann geholfen werden konnte, wurden zwei Kollegen durch die brennende Vertäfelung, die herabfiel, verletzt. Sie mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Weiteren Helfern gelang es dann endlich den lebensgefährlich verletzten Mann zu bergen. Gott sei Dank hat er überlebt. Und auch ein Übergreifen der Flammen au andere Häuser konnte  verhindert werden. Nach jedem Einsatz, nach so einem schweren jedoch besonders, ist es wichtig, dass wir noch zusammen sitzen und reden. Dann wird natürlich auch sachlich diskutiert. Mann erörtert Fragen und verdaut das Geschehene.

HALLO: Was ist ein Atemschutzträger? Kann das jeder werden?

KNUD SAUER: Ein Atemschutzträger ist in der Lage sich das entsprechende Gerät anzulegen und damit umzugehen. Dazu gehört auch das Anlegen des Chemikalienschutzanzuges. Man braucht natürlich das technische Know how und viel Übung dazu und das setzt eine spezielle Ausbildung voraus. Außerdem muss der Bewerber eine amtsärztliche Untersuchung durchmachen, die übrigens alle zwei Jahre wiederholt wird. Die ärztliche Genehmigung ist die rechtliche Zulassung. Erst dann beginnt die Ausbildung. Der Atemschutzlehrgang beinhaltet eine umfassende technische Einweisung und den Umgang mit diversen Giften. Dann wird selbstverständlich das Anlegen der Atemschutzbekleidung und des Chemikalienschutzanzuges trainiert. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Borgstedt verfügen wir über zwölf Atemschutzgeräte und zwei Chemikalienschutzanzüge. Wir sind damit für den Ernstfall gut gerüstet.

Der Lehrgang endet mit einer Prüfung, wovon der praktische Teil jedes Jahr neu bestanden werden muss. Der besteht darin, dass der Lehrgangsteilnehmer durch einen Tunnel muss, der sich aus verschiedenen Hindernissen zusammensetzt, die realitätsnah ausgerichtet sind.

Die ärztliche Untersuchung ist wichtig, da das Arbeiten mit Atemschutzbekleidung eine Belastung ist und im Chemikalienschutzanzug ist die körperliche Anstrengung besonders hoch. Nach zwanzig Minuten Arbeit in dieser Bekleidung muss eine Ablösung erfolgen.

HALLO: Wie sieht die Ausbildung zum Feuerwehrmann aus und welche Funktionen gibt es?

KNUD SAUER: Beim Eintritt in die aktive Wehr nennt sich das neue Mitglied Feuerwehranwärter. Damit beginnt das sogenannte Probejahr. In dieser Zeit zeigt sich, ob jemand ein echtes Interesse an der Feuerwehr hat. Meistens merken wir es sehr schnell, wie groß das Interesse und die Einsatzbereitschaft sind. Zuerst sollte ein Anwärter hauptsächlich an den Ausbildungsabenden teilnehmen und sich mit der Arbeit der Feuerwehr vertraut machen. Nach diesem Probejahr findet die Grundausbildung statt, an insgesamt zehn Abenden. Sie endet mit einer Prüfung, die von einem fremden Wehrführer abgenommen wird. Nach erfolgreich bestandener Prüfung wird der neue Feuerwehrmann dann innerhalb der eigenen Wehr weitergebildet. Jetzt lernt er das Fundament für alle weiteren Lehrgänge. Im Anschluss an diese Grundlagenvermittlung können technische Lehrgänge besucht werden, wie beispielsweise ein Sprechfunkerlehrgang, die Ausbildung zum Maschinisten oder der Atemschutzlehrgang.

Die Beförderung zum Oberfeuerwehrmann erfolgt nach dem erfolgreichen Besuch eines technischen Lehrganges auf Kreisebene. Der Hauptfeuerwehrmann hat mindestens zwei technische Lehrgänge erfolgreich besucht und die Ausbildung eines Truppführers mit Abschlussprüfung durchlaufen. Danach ist der normale Dienstweg beendet. In allen weiteren Funktionen wird man gewählt, so zum Beispiel zum Gruppenführer. Ein Gruppenführer hat die Aufgabe eine Gruppe in der Stärke von acht Kameraden bei einem Einsatz zu führen. Um dieses zu beherrschen, muss er zwei Gruppenführerlehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee besuchen. Aufgrund diese Funktion wird er dann zu Oberlöschmeister befördert. Diesen Rang behält er so lange, wie er in der Funktion des Gruppenführers eingesetzt ist. Den höchsten Rang hat der Wehrführer. Je nach Einwohnerzahl erhält man hier in dieser Gemeinde den Dienstgrad eines Hauptbrandmeisters. Dies setzt aber voraus, das wiederum einige Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee erfolgreich absolviert werden.

HALLO: Das klingt nach viel Arbeit und Einsatz. Feuerwehren sind aber auch bekannt für gute Musik und Geselligkeit. Wie sieht es damit in Borgstedt aus?
KNUD SAUER: Auch da haben wir einige zu bieten in unserem Dorf. Wichtig ist natürlich auch die gute Kameradschaft und das Verständnis untereinander. Und in dem Punkt können wir zufrieden sein.

Wir beginnen das neue Jahr mit unserer Jahreshauptversammlung. Da wird auf die Aktivitäten, Einsätze und Besonderheiten des vergangenen Jahres zurück geblickt und Wahlen, Beförderungen, Ehrungen und Neuaufnahmen durchgeführt. Besonders stolz können wir auf unser Orchester sein.  Es hat 25 Mitglieder und der musikalische Leiter Willi Fries sorgt für den richtigen Ton. Sie spielen wirklich gute Marschmusik und Swing. Es gibt sogar einen Borgstedter Musikantenmarsch. Ein Konzert des Orchesters steht immer auf unserem Festplan.

Zur Himmelfahrtstour  im Juni ist das ganze Dorf eingeladen und wir haben auch immer eine rege Beteiligung. 80 bis 100 Leute fahren mit uns durchs Land. Zur Halbzeit wird eine ausgiebige Grillpause eingelegt. Eine Fahrt ins Blaue, ein Dankeschön a alle Aktive und Ehrenmitglieder findet immer im Spätsommer statt. Dies ist eine Überraschungstour. Das Ausflugsziel wird nicht bekanntgegeben.Dieses Jahr waren wir in der Holsteinischen  Schweiz. Da war alles drin: Frühstück am Bus (unterm Regenscbirm), Mittag in einem gemütlichen Restaurant und weitere Besichtigungsfahrten mit Bus oder Schiff

Im Herbst veranstalten wir gemeinsam mit dem Kindergarten einen Laternenumzug, der mit Erbsensuppe, Brezeln und Schmalzbroten, sowie heißen und kalten Getränken ausklingt.

HALLO: Da ist ordentlich was los bei ihnen. Sicher haben sie auch bei der Jugend eine große Resonanz?

KNUD SAUER: Leider ist das nicht der Fall. Wir haben auf Amtsebene eine Jugendfeuerwehr, die sich in drei Züge aufteilt. Im Jugendfeuerwehrzug Borgstedt sind zur Zeit nur sieben Kameraden. Wir würden uns über einen regen Zulauf sehr freuen. Auch Mädchen sollten sich selbstverständlich angesprochen fühlen. Die Jugendlichen lernen alles Nötige über die Feuerwehr und benutzen alle Geräte und Fahrzeuge. Sie treffen sich alle 14 Tage, freitags von 18:00 bis 19:30 Uhr. So kommen wir auf 50 %  feuerwehrtechnischen Dienst und 50 % allgemeine Freizeitgestaltung wie z. B. Kinobesuch, , Fahrt zum Hansapark, Sport, Spiele usw. Junge Leute sind für die Zukunft und das Fortbestehen der Freiwilligen Feuerwehren sehr wichtig und deshalb richte ich auch hier einen Aufruf an alle Borgstedter Jungen und Mädchen, die mindestens 10 Jahre alt sind, mal bei uns vorbeizuschauen oder bei einem Schnupperdienst mitzumachen. Wer will, kann auch erst mal bei unserem Jugendbetreuern Wilfried Roggenbuck  Tel. 36438 oder Andreas Hoffmann Tel. 352820 anrufen und sich informieren.

HALLO: Gibt es noch etwas Besonderes bei der Borgstedter Feuerwehr?

KNUD SAUER: Oh ja – seit diesem Jahr besitzen wir auch ein Rettungsboot, sodass wir auch auf dem Wasser einsatzbereit sind. Neben den sechs zu Zeit vorhandenen Bootführerscheininhabern sind sechs weitere Kameraden in diesen Wochen dabei, einen Sportbootführerschein zu erwerben. Hervorzuheben wäre noch die gute Kameradschaft in unserer Wehr und insbesondere die Unterstützung unserer Frauen, die nicht nur bei allen Veranstaltungen tatkräftig dabei sind, sondern sich auch regelmäßig treffen um zu klönen. Auch Touren zu unternehmen oder kleine Sketche einzuüben, die dann bei besonderen Anlässen aufgeführt werden.

HALLO: Herr Sauer, wir bedanken uns für das Gespräch.

Die Fragen stellte Cornelia Roling

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