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Die Kindstaufe 1) 

In alter Zeit fanden die Taufe nach dem Gottesdienst in der Kirche statt. Hinsichtlich der Entfernungen, der Jahreszeit und des Zustandes der Wege war das besonders für die kleinen Leute mit Schwierigkeiten verbunden. Haustaufen waren eine Ausnahme. Da zu alte Täufling von den Predigern nicht gern gesehen wurden, da außerdem die Gefahr bestand, dass die Kinder ungetauft sterben konnten, gingen die Pastoren später auf die Dörfer und tauften im Anschluss an in der Schule gehaltene Bibelstunden. Da stieg die Zahl der Täuflinge wohl mitunter auf sieben oder acht oder noch mehr Kinder. Die Gemeinschaft so vieler Paten schuf nach der Taufhandlung leicht eine frohe Stimmung. Nachdem der Ernst der heiligen Handlung abgeklungen war, kam man auf dem Heimwege nicht immer am Dorfkrug vorbei. Man kehrte ein, stellte die Kinderwagen mit den schlafenden Täuflingen in den Vorraum und kaufte sich ein Gläschen. Gar zu leicht wurden mehrere daraus, und so kam es vor, dass man in Stimmung die Kinderwagen schlecht oder nicht mehr beaufsichtigte. Man erzählt, dass Spaßmacher heimlich die kleinen Kinder vertauschten oder sie an einem anderen Ort niederlegten. Da entstand dann wohl zunächst eine Panik, die sich jedoch bald in Fröhlichkeit auflöste. – Doch das nur nebenbei! –

 

1) Wulf, Christian: Dorfbuch Borgstedt und Lehmbek in ihrer Vergangenheit und Gegenwart, Ausgabe in Schreibmaschine, Oktober 1952

 

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