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Raubvogel Delfin  1)

Liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht erinnert sich eine Bürgerin, ein Bürger an diese Erzählung von Christian Wulf bzw. kann dazu beitragen, eine Erklärung für die Aussage "unter diesem Dreieck nicht die glitschige Seele dieses Fisches sitzt" zu finden.

 

Ein warmer August Nachmittag 1935. Die Borgstedter Bucht liegt im Sonnenschein, regungslos, glatt wie eine Schiefertafel da. Unmittelbar am Wasser trinken wir unseren Sonntagskaffee. Da senkt sich, etwa 100 m von uns entfernt, ein großer dunkel gefärbter Raubvogel langsam bis auf das Wasser herab, ergreift mit seinen Fängen einen großen Fisch und hebt sich mit seiner Beute unter gewaltigen Flügelschlägen wieder in die Luft. Er schraubt sich höher und höher, zeigt bei seinen Kreisen immer wieder den in der Sonne blitzenden Fisch und verschwindet nach Norden zu, um ihn in Ruhe zu klopfen. Es war kein Adler, sondern ein schwarzer Milan, eine Gabelweihe. Ich hatte den stolzen Vogel schon mehrfach in der Umgebung gesehen und meine Schüler instruiert.

 

Schon zweimal tauchte bei uns in der Eider ein Delfin auf. Es ist bekannt, dass er uns beim Tauchen mitunter die dreieckige Rückenflosse zeigt. Seine Anwesenheit brachte immer einige Waidmänner gewaltig in Aufregung. Die vergaßen jedoch, dass unter diesem Dreieck nicht die glitschige Seele dieses Fisches sitzt, und, dass die ...

 

1) Wulf, Christian: Dorfbuch Borgstedt und Lehmbek in ihrer Vergangenheit und Gegenwart, Ausgabe in Schreibmaschine, Oktober 1952

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